Entgeltbescheinigung im Arbeitsrecht: Alles was Sie wissen müssen.
Die Entgeltbescheinigung ist ein Dokument, das der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ausstellt und das Auskunft über die Höhe und Zusammensetzung des Arbeitsentgelts in einem bestimmten Zeitraum gibt. Sie kann identisch mit der monatlichen Entgeltabrechnung sein oder als gesonderte Bescheinigung für spezielle Zwecke ausgestellt werden, etwa für Behörden, Sozialversicherungsträger, Banken bei Kreditanträgen oder für Kindergeldanträge. Die Entgeltbescheinigung enthält typischerweise Angaben zum Brutto- und Nettoentgelt, zu Abzügen, zum Beschäftigungszeitraum und zur Art der Beschäftigung.
Definition Entgeltescheinigung
Die Entgeltbescheinigung dient verschiedenen Nachweiszwecken. Arbeitnehmer benötigen sie häufig für Anträge auf Sozialleistungen wie Elterngeld, Arbeitslosengeld oder Wohngeld, bei denen das bisherige Einkommen nachgewiesen werden muss. Auch bei Kreditanträgen, Wohnungsbewerbungen oder zur Vorlage bei Ämtern wird eine Entgeltbescheinigung verlangt. Nach § 108 Gewerbeordnung ist der Arbeitgeber ohnehin verpflichtet, dem Arbeitnehmer bei jeder Lohnzahlung eine Abrechnung zu erteilen, die alle wesentlichen Angaben zum Entgelt enthält. Diese monatliche Entgeltabrechnung gilt gleichzeitig als Entgeltbescheinigung. Wird eine gesonderte Bescheinigung für einen bestimmten Zeitraum benötigt, etwa für ein ganzes Jahr oder mehrere Monate, muss der Arbeitgeber diese auf Verlangen ausstellen. Die Bescheinigung sollte den Namen und die Anschrift des Arbeitgebers, die Personalien des Arbeitnehmers, den Beschäftigungszeitraum, die Art der Beschäftigung, die Höhe des Bruttoentgelts und die Steuer- und Sozialversicherungsabzüge enthalten. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Arbeitsbescheinigung nach § 312 SGB III auszustellen, die unter anderem Angaben zum Arbeitsentgelt enthält.
Beispiel: Ein Arbeitnehmer beantragt Elterngeld und muss sein durchschnittliches Einkommen der letzten zwölf Monate nachweisen. Er bittet seinen Arbeitgeber um eine Entgeltbescheinigung, die die monatlichen Bruttoentgelte dieses Zeitraums auflistet.
