10 Fragen und Antworten zum Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn im deutschen Arbeitsrecht hat, anders als von Kritikern erwartet, nicht zu größeren wirtschaftlichen Verwerfungen geführt. Gestartet mit 8,50 Euro und einer ersten Steigerung zu 8,84 Euro wird der Mindestlohn zum 1.1.2019 auf 9,19 Euro und ab dem 1.1.2020 auf 9,35 Euro. Die Beträge sind Brutto. Nicht netto, so dass der effektive Stundenlohn oft im Bereich von unter …

Arbeitgeber haftet bei Sturmschäden

Gerade im Herbst gibt es immer wieder offizielle Sturmwarnungen. Diese sollten auch Arbeitgeber ernst nehmen, wie jetzt ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf zeigt. Im konkreten Fall hatte ein Arbeitnehmer im Mai 2015 seinen privaten PKW auf dem Betriebshof der Arbeitgeberin, einer Gemeinde, geparkt. Die Arbeitgeberin hatte dies den Mitarbeitern ausdrücklich gestattet. Auf dem Gelände waren auch Großmüllbehälter deponiert. Auf Grund des Sturms wurden …

Ausländer erhalten ein Fünftel weniger Lohn – Diskriminierung in der Arbeitswelt?

3141 € brutto verdienen deutsche Arbeitnehmer in Vollzeit durchschnittlich. Bei Ausländern sind es mehr als ein Fünftel weniger – Tendenz steigend. So ist die Kluft seit der Jahrtausendwende wesentlich größer geworden. Ausländische Arbeitnehmer verdienen 21,5 % weniger als ihre deutschen Kollegen. Diese Zahl geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Demnach verdienten deutsche Arbeitnehmer …

Beinbruch im Home Office – Arbeitsunfall?

Wer im Home Office arbeitet, genießt nur einen eingeschränkten Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Bundessozialgericht in Kassel hat kürzlich einen Fall hierzu entschieden und den Versicherungsschutz in den eigenen vier Wänden verneint. Hierbei ist, anders als bei der Kündigung z.B. nicht das Arbeitsgericht, sondern das Sozialgericht zuständig. Die Sozialgerichtsbarkeit entscheidet Fälle der Sozialversicherung, die Arbeitsgerichtsbarkeit Fälle aus dem Verhältnis Arbeitnehmer …

Browserverlauf im Dienstrechner – Was darf der Chef?

Grundsätzlich darf der Arbeitgeber die Dienstrechner in seinem Betrieb auswerten – und bei Verstößen arbeitsrechtliche Konsequenzen ziehen und bei schwerwiegenden Verstößen oder im Wiederholungsfall sogar eine Kündigung aussprechen. Einschränkungen können sich insbesondere aus Betriebsvereinbarungen zum Datenschutz ergeben. Wer mit dem Firmenrechner während der Arbeitszeit privat surft, muss grds. mit einer Kündigung rechnen. Und der Grund ist ganz einfach: Privates Surfen …

Woran erkenne ich versteckte Hinweise im Zeugnis?

Das Arbeitszeugnis bzw. Zeugnis ist für jeden Arbeitnehmer eine wichtige Angelegenheit. Hiermit kann er oder sie nachweisen, welcher Form der Arbeit er in den letzten Jahren nachgegangen ist, wie er bei seinen Arbeitgebern angekommen ist und wie seine Arbeit generell eingeschätzt wurde. Bewirbt sich ein Arbeitnehmer auf eine neue Arbeitsstelle, sind es besonders die Arbeitszeugnisse, die beim Personaler viel Beachtung finden. …

Unterschrift zu krakelig – Frau klagt gegen Arbeitszeugnis

Wo wir gerade in den letzten Beiträgen des öfteren das Thema Zeugnis in den Fingern hatten, hier mal ein bemerkenswertes Urteil aus der Kategorie, womit sich Richter alles beschäftigen müssen: Zu schief, zu krakelig und nicht von ihm: auf eine Arbeitnehmerin wirkte die Unterschrift ihres Chefs unter ihrem Arbeitszeugnis eher wie eine verschlüsselte Botschaft. Sie zog daher vors Arbeitsgericht. Dreimal. …

Umstrukturierung: Deutsche Bank streicht mehr als 7.000 Stellen

Die Deutsche Bank plant, ihr Aktiengeschäft zu verkleinern. Im Zuge der Sanierung sollen mehrere Tausend Stellen gestrichen werden. Dies wird überwiegend im Rahmen von Freiwilligenprogrammen mit Aufhebungsverträgen, normale Fluktuation und durch Rentenabgänge erfolgen. Ob auch Kündigungen, insbesondere betriebsbedingte Kündigungen oder Änderungskündigungen geplant sind, blieb offen. Man rechne mit Kosten von bis zu 800 Millionen Euro für die geplante Umstrukturierung. Der …

Trotz Diskriminierung: Anonyme Bewerbungen unbeliebt

Diskriminierungen im Auswahlverfahren könnten durch anonymisierte Bewerbungen vermieden werden – wenn man sie denn nutzen würde. Weder Unternehmen noch Bewerber halten laut einer Umfrage viel von der namenlosen Vorstellung. Deutschland hinkt hinterher: Anonyme Bewerbungen, die keine Rückschlüsse auf Alter, Herkunft oder Geschlecht des Bewerbers zulassen, sind in vielen Ländern bereits Gang und Gäbe. Hierzulande sind die Vorteile des anonymisierten Bewerbungsverfahrens …

Irrtümer im Arbeitsrecht – Teil 1 – Verlängerung der Probezeit

Viele Arbeitgeber verlängern die Probezeit von Arbeitnehmern, bei denen sie sich nicht ganz sicher sind, ob sie für den Job geeignet sind, oder nicht. Die Probezeit im Sinne des Kündigungsschutzgesetzes und die verkürzte Kündigungsfrist nach § 622 BGB sind eine Sonderregel im Kündigungsrecht. Der Arbeitgeber kann  in dieser Zeit ohne echten Kündigungsgrund im Sinne des Kündigungsschutzgesetzes kündigen, und das mit …