Lohnspreizung im Arbeitsrecht: Alles was Sie wissen müssen.

Lohnspreizung bezeichnet die Spannweite bzw. Unterschiede zwischen niedrigen und hohen Löhnen innerhalb eines bestimmten Bezugsrahmens (z. B. innerhalb eines Unternehmens, einer Branche oder eines Landes). Wörtlich geht es darum, wie „weit gespreizt“ (auseinandergezogen) die Löhne sind. Ist die Lohnspreizung groß, bedeutet das, dass es ein großes Gefälle gibt – einige Arbeitnehmer verdienen sehr viel, während andere sehr wenig verdienen. Ist die Lohnspreizung gering, liegen die Einkommen näher beieinander, es gibt also weniger Ungleichheit bei den Löhnen. Die Lohnspreizung kann mit Kennziffern gemessen werden, z. B. dem Verhältnis von oberen zu unteren Einkommenspercentilen (etwa das Verhältnis des 90. zum 10. Perzentil). In der öffentlichen Diskussion ist die Lohnspreizung relevant, wenn es um soziale Gerechtigkeit und Einkommensungleichheit geht.
Eine moderate Lohnspreizung kann als Anreiz für Leistung gesehen werden (Leistung soll sich lohnen), während eine extreme Lohnspreizung oft als problematisch empfunden wird, weil sie auf soziale Ungleichheit hinweist. Politische Maßnahmen wie Mindestlöhne oder Tarifverträge können die Lohnspreizung beeinflussen, indem sie die untersten Einkommen anheben und so die Spreizung verringern. In Unternehmen intern kann eine Lohnspreizung z. B. durch Gehaltsbänder und Karrierelevel bestimmt sein.