Outplacement – Karriereberatung bei Trennung im Arbeitsrecht: Alles was Sie wissen müssen.
| Kurz & Kompakt: Outplacement ist eine professionelle Beratungsleistung, die Führungskräften bei der beruflichen Neuorientierung nach einer Trennung hilft. Der bisherige Arbeitgeber trägt die Kosten. Das Outplacement umfasst Karriereberatung, Bewerbungscoaching und Netzwerkunterstützung. |
Was ist Outplacement?
Outplacement, auch Newplacement oder Karriereberatung genannt, ist eine Beratungsdienstleistung für Führungskräfte und Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Spezialisierte Berater unterstützen die Betroffenen bei der Suche nach einer neuen Position und begleiten den Prozess der beruflichen Neuorientierung.
Die Kosten für das Outplacement trägt typischerweise der bisherige Arbeitgeber. Es ist Teil einer fairen Trennung und zeigt die Wertschätzung für langjährige Mitarbeiter. Für Führungskräfte ist Outplacement heute ein üblicher Bestandteil von Aufhebungsvereinbarungen.
Outplacement bietet beiden Seiten Vorteile: Der Arbeitgeber demonstriert soziale Verantwortung und erleichtert die Trennung. Die Führungskraft erhält professionelle Unterstützung in einer schwierigen Phase. Bei Fragen zur Vereinbarung von Outplacement beraten wir Sie gerne.
Leistungsumfang
| Zusammenfassung: Outplacement umfasst typischerweise Karriereberatung, Standortbestimmung, Entwicklung einer Suchstrategie, Bewerbungscoaching, Interviewtraining und Netzwerkunterstützung. Der Umfang variiert je nach Programm. |
Standortbestimmung und Zielfindung
Am Anfang steht eine umfassende Analyse der bisherigen Karriere, der Stärken und Schwächen sowie der beruflichen und persönlichen Ziele. Der Berater hilft, eine realistische Einschätzung der eigenen Position am Arbeitsmarkt zu entwickeln.
Aus dieser Analyse werden Zielpositionen abgeleitet. Dabei kann es um eine ähnliche Position in einem anderen Unternehmen gehen, um einen Branchenwechsel oder um eine völlig neue berufliche Ausrichtung.
Die Zielfindung ist ein wichtiger Schritt, der Zeit und Reflexion erfordert. Ein guter Outplacement-Berater gibt diese Zeit und drängt nicht auf schnelle Entscheidungen.
Bewerbungsstrategie und Unterlagen
Auf Basis der Zielfindung wird eine Bewerbungsstrategie entwickelt. Diese umfasst die Identifikation relevanter Unternehmen und Positionen, die Nutzung verschiedener Suchkanäle und einen konkreten Zeitplan.
Die Bewerbungsunterlagen werden professionell überarbeitet. Lebenslauf und Anschreiben werden auf die Zielpositionen zugeschnitten und optimiert. Auch das LinkedIn-Profil und andere Online-Präsenzen werden bearbeitet.
Der Berater bringt Erfahrung ein, was bei der Zielgruppe funktioniert. Formulierungen, die für Führungskräfte angemessen sind, unterscheiden sich von denen für andere Bewerbergruppen.
Coaching und Training
Bewerbungsgespräche und Assessment Center werden durch Coaching und Rollenspiele vorbereitet. Der Berater simuliert typische Situationen und gibt Feedback zur Verbesserung.
Auch Gehaltsverhandlungen werden geübt. Führungskräfte sollen in der Lage sein, ihren Marktwert realistisch einzuschätzen und selbstbewusst zu verhandeln.
Das Coaching erstreckt sich auch auf die emotionale Bewältigung der Trennung. Der Verlust einer Führungsposition ist belastend, und professionelle Unterstützung kann helfen.
Netzwerkaktivierung
Ein wesentlicher Teil der Jobsuche für Führungskräfte läuft über Netzwerke. Der Outplacement-Berater unterstützt bei der Aktivierung und Erweiterung des persönlichen Netzwerks.
Viele Outplacement-Firmen verfügen selbst über umfangreiche Kontakte zu Unternehmen und Headhuntern. Sie können Verbindungen herstellen und Türen öffnen.
Die Nutzung von Netzwerken erfordert Fingerspitzengefühl. Der Berater hilft, die richtige Balance zwischen Aktivität und Zurückhaltung zu finden.
Programmvarianten beim Outplacement
| Zusammenfassung: Outplacement wird in verschiedenen Varianten angeboten: zeitlich begrenzte Programme, erfolgsabhängige Programme bis zur Vermittlung, und Gruppen- versus Einzelberatung. Die Wahl hängt von Budget und Bedarf ab. |
Zeitlich begrenzte Programme
Bei zeitlich begrenzten Programmen wird eine feste Beratungsdauer vereinbart, typischerweise drei, sechs oder zwölf Monate. Die Beratung endet nach Ablauf der Zeit, unabhängig vom Ergebnis.
Diese Programme sind für den Arbeitgeber kalkulierbar und kostengünstiger. Für die Führungskraft besteht das Risiko, dass die Zeit nicht ausreicht.
Zeitlich begrenzte Programme eignen sich, wenn die Vermittlungschancen gut sind und die Führungskraft aktiv mitarbeitet.
Erfolgsgarantie-Programme
Programme mit Erfolgsgarantie laufen, bis eine neue Position gefunden ist. Sie sind teurer, bieten aber Sicherheit für die Führungskraft.
Die Definition des Erfolgs ist wichtig: Muss die neue Position hinsichtlich Gehalt und Verantwortung vergleichbar sein? Oder zählt jede Position?
Erfolgsgarantie-Programme sind besonders wertvoll, wenn die Vermittlung schwierig werden könnte, etwa bei älteren Führungskräften oder speziellen Branchen.
Kosten und Finanzierung
| Zusammenfassung: Die Kosten für Outplacement variieren erheblich. Für Führungskräfte sind 15 bis 25 Prozent des Jahresgehalts üblich. Der Arbeitgeber trägt die Kosten typischerweise als Teil der Trennungsvereinbarung. |
Übliche Kostenbereiche
Die Kosten für Executive Outplacement liegen typischerweise bei 15 bis 25 Prozent des Jahresgehalts, mindestens jedoch 15.000 bis 30.000 Euro. Bei Erfolgsgarantie-Programmen können die Kosten höher sein.
Die Preise variieren je nach Anbieter, Umfang und Dauer des Programms. Ein Vergleich verschiedener Angebote ist empfehlenswert.
Zusätzliche Leistungen wie psychologische Betreuung oder Executive Search können separat berechnet werden.
Steuerliche Behandlung
Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für das Outplacement, ist dies für den Mitarbeiter grundsätzlich kein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil, wenn ein eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers vorliegt.
Dieses eigenbetriebliche Interesse liegt bei Outplacement regelmäßig vor, da der Arbeitgeber ein Interesse an einer reibungslosen Trennung hat.
Die steuerliche Behandlung sollte im Einzelfall geprüft werden, insbesondere wenn das Outplacement sehr umfangreich oder kostspielig ist.
Häufig gestellte Fragen zum Outplacement
Habe ich Anspruch auf Outplacement?
Analyse: Ein gesetzlicher Anspruch auf Outplacement besteht nicht. Es ist eine freiwillige Leistung, die verhandelt werden muss.
Rechtliche Einordnung: Outplacement wird typischerweise als Teil einer Aufhebungsvereinbarung oder eines Abfindungsvergleichs vereinbart.
Fallbeispiel 1: Ein Vorstand verhandelt bei seiner Trennung ein 12-monatiges Outplacement-Programm als Teil des Aufhebungsvertrags.
Fallbeispiel 2: Ein Geschäftsführer erhält statt einer höheren Abfindung ein Erfolgsgarantie-Outplacement im Wert von 50.000 Euro.
Fazit: Outplacement muss verhandelt werden. Es ist kein automatischer Anspruch, aber bei Führungskräften üblich.
Wie wähle ich den richtigen Outplacement-Berater?
Analyse: Die Qualität der Beratung variiert erheblich. Die Auswahl sollte sorgfältig erfolgen.
Rechtliche Einordnung: Typischerweise hat die Führungskraft ein Mitspracherecht bei der Auswahl. Dies sollte vertraglich vereinbart werden.
Fallbeispiel 1: Eine Führungskraft trifft sich mit drei Outplacement-Beratern und wählt denjenigen aus, bei dem die Chemie stimmt und der Erfahrung in ihrer Branche hat.
Fallbeispiel 2: Der Arbeitgeber schlägt einen bestimmten Anbieter vor. Die Führungskraft prüft und akzeptiert nach einem Vorgespräch.
Fazit: Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl. Ein guter Berater macht einen großen Unterschied.
Wie lange dauert ein typisches Outplacement?
Analyse: Die Dauer hängt vom Programm und von den individuellen Umständen ab.
Rechtliche Einordnung: Vereinbart werden typischerweise drei bis zwölf Monate bei zeitlich begrenzten Programmen oder unbegrenzt bei Erfolgsgarantie.
Fallbeispiel 1: Ein Manager findet mit intensiver Unterstützung innerhalb von vier Monaten eine neue Position.
Fallbeispiel 2: Eine Führungskraft in einer spezialisierten Branche benötigt 14 Monate bis zur Vermittlung. Das Erfolgsgarantie-Programm läuft entsprechend.
Fazit: Planen Sie ausreichend Zeit ein. Sechs bis zwölf Monate sind bei Führungspositionen realistisch.
Kann ich das Outplacement statt Abfindung bekommen?
Analyse: Outplacement und Abfindung können kombiniert oder alternativ vereinbart werden.
Rechtliche Einordnung: Die Gestaltung ist Verhandlungssache. Eine Kombination ist üblich, ein vollständiger Ersatz der Abfindung durch Outplacement seltener.
Fallbeispiel 1: Eine Führungskraft erhält eine Abfindung von 200.000 Euro plus ein Outplacement im Wert von 25.000 Euro.
Fallbeispiel 2: Ein Manager verzichtet auf 30.000 Euro Abfindung und erhält dafür ein umfangreicheres Outplacement-Programm.
Fazit: Beide Komponenten haben ihren Wert. Überlegen Sie, was Ihnen wichtiger ist.
Was ist, wenn das Outplacement erfolglos bleibt?
Analyse: Nicht jedes Outplacement führt zum gewünschten Erfolg. Die Konsequenzen hängen vom Programmtyp ab.
Rechtliche Einordnung: Bei zeitlich begrenzten Programmen endet die Beratung nach Ablauf. Bei Erfolgsgarantie läuft sie weiter.
Fallbeispiel 1: Nach sechs Monaten endet das zeitlich begrenzte Programm ohne Vermittlung. Die Führungskraft muss allein weitersuchen.
Fallbeispiel 2: Das Erfolgsgarantie-Programm läuft nach 18 Monaten aus einer maximal vereinbarten Laufzeit aus. Der Anbieter hat sein Bestes gegeben.
Fazit: Wählen Sie das Programmformat nach Ihren Vermittlungschancen. Bei schwieriger Ausgangslage ist Erfolgsgarantie wertvoller.
Beratung zum Outplacement
Outplacement ist eine wertvolle Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung. Die richtige Vereinbarung und Auswahl des Beraters sind entscheidend für den Erfolg.
