Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und keine Hilfe

Sexuelle Belästigung ist in Deutschland längst kein Einzelfall, sondern nimmt im Gegenteil immer weiter zu.
Einer Studie zufolge hat bereits jede zweite Frau am Arbeitsplatz schon sexuelle Übergriffe oder Anzüglichkeiten erlebt. Eine durchaus erschreckende Zahl.
Doch die meisten Betroffenen nehmen die oftmals täglichen Angriffe aus Angst um den eigenen Job einfach hin.
Kaum eine Arbeitnehmerin traut sich jedoch gegen die Angriffe vorzugehen.

oft keine Hilfe für Betroffene

unsplash.com/ Viktor Talashuk

Eine Mitarbeiterin eines Onlinehandels hatte genau das getan. Hilfe wurde ihr jedoch nicht angeboten, im Gegenteil. Letztlich musste sie das Unternehmen verlassen.
Die Mitarbeiterin war in einem Onlinehandel als Assistentin angestellt. Das Unternehmen beschäftigt rund 1400 Mitarbeiter, die Chefetage ist jedoch nur mit Männern besetzt.
Zu Beginn war die Mitarbeiterin, sowie eine Kollegin nur leichten Anzüglichkeiten ausgesetzt. Doch diese verstärkten sich und die Mitarbeiterinnen wurden fast täglich von ihren Vorgesetzten angemacht.
In einem Meeting wurde die Mitarbeiterin sogar gefragt, ob sie ihre Waffen (ihr Vorgesetzter meinte damit ihre Brüste) auch beim Kunden so einsetzen würde, da sie wohl nur deshalb so erfolgreich sei.
Bei einer Abteilungskonferenz wurde die Mitarbeiterin von ihrem Vorgesetzten auf besonders perfide Weise bloßgestellt.
Der Vorgesetzte äußerte ihr gegenüber: „Schätzchen, wir haben parallel noch einen Dildovertrieb. Dort brauchen wir noch Testpersonen für die ganz dicken Dinger. Wenn Du magst, kannst Du vorbeikommen.“

unsplash.com/ Craig Whitehead

Daraufhin wandte sich die Mitarbeiterin an die Personalabteilung, um Hilfe zu erhalten.
Im weiteren Verlauf entzog ihr die Geschäftsführung jedoch ihre ursprünglichen Aufgaben und degradierte sie damit. Ihre Umsätze waren jedoch nach wie vor gut.
Sie entschloss sich, dass Unternehmen selbst zu verlassen und kündigte.
Sie erstattete jedoch Strafanzeige wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz.
Das Verfahren gegen die Vorgesetzten läuft jedoch bereits seit 1,5 Jahren. Der Ausgang ist derzeit noch offen.

Betriebsrat und Personalrat einschalten

Bekannt wurde der Fall auch nur, weil sich ein männlicher Kollege an die Presse wendete und auf die Missstände hinwies.
Er wollte damit zeigen, dass sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz auch heute weit verbreitet ist.
Der Kollege hat das Unternehmen mittlerweile auch verlassen.
Wer Opfer von sexueller Gewalt am Arbeitsplatz wird, sollte sich in jedem Fall zur Wehr setzen.
In jedem Fall sollte man sich, falls vorhanden, auch an den Betriebsrat wenden. Auch die Personalabteilung sollte in jedem Fall eingeschaltet werden.
Unter Umständen sollte auch ein Fachanwalt für Arbeitsrecht eingeschaltet werden.
Und in jedem Fall sollten die betroffenen Mitarbeiter Strafanzeige stellen.


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