Abfindung – Gibt es einen gesetzlichen Anpruch?

Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Abfindung? Wir erklären die Möglichkeiten.

Es gibt an sich keinen Abfindungsanspruch. Aber es wird in fast jedem K√ľndigungsschutzprozess eine Abfindung gezahlt.

Das passt nur auf den ersten Blick nicht zusammen. Denn in der Praxis hat es sich eingeb√ľrgert, dass der Arbeitgeber sich mit einer Abfindung aus dem K√ľndigungsschutzprozess ‚Äěfreikauft‚Äú. Dabei hat sich ‚Äď aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gr√ľnden ‚Äď ein Wert von 0,5 Bruttomonatsgeh√§ltern pro Jahr der Besch√§ftigung als ‚ÄěRegelabfindung‚Äú ergeben.

Ein Arbeitnehmer, der f√ľnf Jahre bei einem Gehalt von zuletzt 2.000,00 Euro brutto t√§tig war, h√§tte/ erhielte theoretisch eine Regelabfindung von 5.000,00 Euro brutto. Diese Abfindung ist ein unverbindlicher Richtwert. Es h√§ngt aber immer von den Umst√§nden des Einzelfalles ab, ob dieser Wert erreichbar ist oder auch nicht, oder ob sogar eine erheblich h√∂here Abfindung das Ergebnis des arbeitsgerichtlichen Verfahrens ist.

Die Abfindung ist – rein rechtlich gesehen – ein Ausgleich f√ľr den „sozialen Besitzstand“, der sich im Wesentlichen in der Dauer des Arbeitsverh√§ltnisses widerspiegelt. Die echte Abfindung, die vom Arbeitsgericht durch Urteil festgesetzt wird, kommt nur in sehr seltenen F√§llen vor und betrifft dann in der Regel die Entlassung von leitenden Angestellten.

Die Höhe der erreichbaren Abfindung hängt dabei weitgehend von diesen drei Faktoren ab:

  • Erfolgsaussichten im K√ľndigungsschutzverfahren
  • Wirtschaftliche Leistungsf√§higkeit und Mitarbeiterzahl des Arbeitgebers
  • St√§rke des Trennungswunsches des Arbeitgebers

Ein Buchhalter, der nach 20 Jahren beim nachgewiesenen Griff in die Kasse erwischt wurde, wird von seiner „Regelabfindung“ von vielleicht 30.000 Euro eher nichts sehen, w√§hrend der junge Familienvater, der ohne jeden Grund nach zwei Jahren gek√ľndigt wird, unter Umst√§nden mit einem halben Jahresgehalt oder mehr abgefunden wird.


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