Die Betriebsratsanhörung nach § 102 BetrVG: Das wichtigste Schriftstück bei jeder Kündigung

Betriebsratsanhörung – Warum dieses eine Dokument über alles entscheidet Sie haben einen Mitarbeiter, der seit Monaten unterdurchschnittliche Leistungen bringt. Die Abmahnungen liegen vor, die Personalabteilung hat grünes Licht gegeben, der Kündigungstermin steht. Alles ist vorbereitet – und dann scheitert die Kündigung vor Gericht. Nicht wegen der Kündigungsgründe. Nicht wegen der Sozialauswahl. Sondern wegen eines zweiseitigen Schreibens an den Betriebsrat, das …

Unschuldsvermutung vs. Transparenz: Was Gremien und Organe von Gesellschaften bei Vorwürfen sagen dürfen

Die strafrechtliche Unschuldsvermutung gilt im Arbeitsrecht nicht – dennoch setzen Persönlichkeitsrechte der öffentlichen Kommunikation enge Grenzen. Der Fall Stefan Kuntz beim HSV zeigt exemplarisch, wie Aufsichtsräte in diesem Spannungsfeld navigieren müssen: Der Klub kommunizierte zunächst diskret „familiäre Gründe“, sah sich aber nach öffentlichen Dementis des Ex-Vorstands gezwungen, die wahren Hintergründe zu benennen. Die zentrale Erkenntnis für Führungskräfte: Gremien dürfen grundsätzlich …

Verdachtskündigung bei Führungskräften

Verdachtskündigung auf einen Blick: Die Verdachtskündigung ermöglicht dem Arbeitgeber eine außerordentliche Kündigung, wenn der dringende Verdacht einer schweren Pflichtverletzung besteht – auch ohne Beweis. Rechtsgrundlage ist § 626 BGB. Zwingend erforderlich ist eine vorherige Anhörung des Beschuldigten. Für Führungskräfte gelten besondere Maßstäbe. Was bedeutet Verdachtskündigung im Arbeitsrecht? Die Verdachtskündigung ist ein scharfes Schwert des Arbeitgebers. Sie erlaubt die fristlose Beendigung …

Arbeitszeitbetrug im Homeoffice: Was Führungskräfte wissen müssen

Auf Social Media feiern Hunderttausende unter Hashtags wie #arbeitszeitbetrug die kreativsten Methoden, bezahlt zu werden, ohne zu arbeiten – vom Mittagsschlaf im Homeoffice bis zum erfundenen Außentermin. Was als harmloser Witz erscheint, kann für Beschäftigte ernste Konsequenzen haben: Das Bundesarbeitsgericht hat wiederholt bestätigt, dass bereits wenige Minuten vorsätzlicher Zeitmanipulation zur fristlosen Kündigung führen können. Für Sie als Führungskraft mit Personalverantwortung …

Kündigung eines Betriebsratsvorsitzenden: Was Führungskräfte aus einem aktuellen Fall lernen können

Ein Betriebsratsvorsitzender öffnet eigenmächtig einen verschlossenen Compliance-Briefumschlag – und der Arbeitgeber scheitert mit seiner fristlosen Kündigung. Dieser Fall, den das Arbeitsgericht Heilbronn im Juni 2025 entschieden hat, zeigt exemplarisch, wie komplex Kündigungen bei Amtsträgern des Betriebsrats sind und welche Fehler Personalverantwortliche unbedingt vermeiden sollten. Für Geschäftsführer, Vorstände und HR-Führungskräfte bietet diese Entscheidung wertvolle Erkenntnisse: Nicht jedes Fehlverhalten rechtfertigt eine außerordentliche …

Alle Jahre wieder: Wenn die Weihnachtsfeier zur Kündigungsfalle wird

Eine fröhliche Firmen-Weihnachtsfeier kann schnell aus dem Ruder laufen – und im schlimmsten Fall für einige mit einer Kündigung enden. Die betriebliche Weihnachtsfeier sollte eigentlich der Besinnung und dem Teamgeist dienen. Doch in der Praxis landen jedes Jahr aufs Neue Fälle auf dem Schreibtisch von Arbeitsrechtlern, in denen fristlose Kündigungen wegen Fehlverhalten auf solchen Feiern ausgesprochen wurden. Alkohol, ausgelassene Stimmung …

Welche Voraussetzungen muss eine Verdachtskündigung erfüllen?

Verdachtskündigungen gelten als „scharfes Schwert“ des Arbeitsrechts. Sie greifen, wenn ein schwerwiegendes Fehlverhalten nicht sicher bewiesen, aber dringlich vermutet wird – etwa bei Diebstahl, Sabotage oder Datenmanipulation. Und sie ist unter Umständen auch bei erwiesener Unschuld wirksam. Daher sind die Voraussetzungen enorm hoch. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) lässt Verdachtskündigungen grundsätzlich zu, stellt aber strenge Anforderungen: Voraussetzungen: Dringender Verdacht eines schweren Vertragsverstoßes …

Ist der Datenschutzverstoß der neue Spesenbetrug?

Eine bahnbrechende Verschiebung zeigt sich in der deutschen Arbeitsrechtsprechung: Während 1,30 Euro falsch abgerechnete Pfandbons bei 31 Jahren Betriebszugehörigkeit nicht zur Kündigung berechtigen, führt eine einzige E-Mail-Weiterleitung an den privaten Account selbst bei einem Vorstand mit achtjähriger tadelloser Tätigkeit zur fristlosen Kündigung. Diese paradoxe Entwicklung wirft grundlegende Fragen der Verhältnismäßigkeit auf. Die aktuelle Rechtsprechung behandelt vergleichbare Bagatellverstöße mit fundamentalen Doppelstandards: …

Verdachtskündigung wegen Datenlöschung – Strategien für Führungskräfte mit Personalverantwortung

Stellen Sie sich vor, ein wichtiger Datensatz im Unternehmen wird plötzlich gelöscht – zum Beispiel Kundendaten, Quellcode oder, wie in einem aktuellen Fall, alle Fotos und Impfdaten von Katzen in einem Tierheim. Für Führungskräfte mit Personalverantwortung ist klar: Datenlöschung kann ein gravierendes Fehlverhalten sein, das sogar eine fristlose Kündigung rechtfertigt. Doch was, wenn der Täter nicht zweifelsfrei feststeht? Die Verdachtskündigung …

Formfehler bei der Kündigung: Wann ist eine Kündigung unwirksam?

Nicht jede Kündigung beendet ein Arbeitsverhältnis wirksam – selbst wenn inhaltlich ein nachvollziehbarer Grund vorliegt. Häufig scheitern Kündigungen an Formfehlern, also an Verstößen gegen gesetzliche Formalien. Eine fehlende Original-Unterschrift, die falsche Übermittlungsform (etwa E-Mail statt Brief) oder eine unterlassene Anhörung des Betriebsrats: Schon kleine Versäumnisse des Arbeitgebers können eine Kündigung unwirksam machen. Arbeitnehmer:innen und Betriebsräte sollten deshalb genau hinschauen. Wer …