Warum das OLG München die fristlose Kündigung eines Vorstands bestätigt hat – und was Geschäftsführer daraus lernen müssen. Die Ausgangslage: Ein alltägliches Szenario mit fatalen Folgen Sie spüren, dass sich die Stimmung im Unternehmen gedreht hat. Die Gesellschafter verhalten sich anders, Gespräche werden kürzer, Informationen spärlicher. Als Geschäftsführer oder Vorstand wissen Sie: Wenn es zur Trennung kommt, brauchen Sie Beweise. …
DSGVO-Verstoß als Kündigungsgrund: Aktuelle Rechtsprechung und Haftungsrisiken für Führungskräfte
Die Weiterleitung dienstlicher E-Mails an private Accounts kann Vorstände und Geschäftsführer den Job kosten – fristlos und ohne vorherige Abmahnung. Das OLG München hat mit seinem Urteil vom 31.07.2024 (Az. 7 U 351/23 e) eine Zäsur markiert: DSGVO-Verstöße durch Organmitglieder werden als Verletzung der aktienrechtlichen Legalitätspflicht gewertet und rechtfertigen die sofortige Beendigung des Dienstverhältnisses. Parallel verschärft sich die persönliche Haftungslage …
Warum kluge Unternehmen Outplacement nicht anbieten, weil sie nett sind – sondern weil es sich rechnet
Deutschland restrukturiert. Volkswagen, Bosch, Continental, BASF, SAP – die Liste der Unternehmen, die in den vergangenen zwei Jahren tausende Stellen abgebaut haben, liest sich wie das Who’s Who der deutschen Wirtschaft. Die Gründe sind strukturell und dauerhaft: Elektromobilität ersetzt Verbrenner-Kompetenz, Künstliche Intelligenz transformiert Wissensarbeit, und die Energiewende verändert die Kostenstruktur ganzer Branchen. Dies ist keine konjunkturelle Delle, sondern ein permanenter …
Vorsicht bei Beraterverträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern
Wenn informelle Provisionsversprechen an der Realität des Aktienrechts scheitern Es klingt wie ein Standardvorgang in der Praxis börsennotierter Aktiengesellschaften: Ein Aufsichtsratsvorsitzender engagiert sich persönlich in einer strategisch bedeutsamen M&A-Transaktion, leistet erhebliche Arbeit – und erwartet dafür eine angemessene Sondervergütung. Was kann daran falsch sein? Nahezu alles, wie das OLG München in einem bemerkenswert detaillierten Urteil klargestellt hat. Der Fall betrifft …
Bis zu 2,4 Millionen Euro für 90 Tage. Die falsche Frage ist: Warum bekommt Karin Dohm so viel? Die richtige: Warum muss der Steuerzahler für ein Governance-Versagen bezahlen?
Fall Dohm bei der Deutschen Bahn: Millionen-Abfindung nach 90 Tagen – ein Governance-Versagen auf Kosten des Steuerzahlers Karin Dohm soll als Finanzvorständin der Deutschen Bahn nach nur drei Monaten abberufen werden. Die Abfindung: bis zu 2,4 Millionen Euro. Die Medien fokussieren sich auf die Managerin und ihren angeblich unsensiblen Führungsstil. Doch wer die Verantwortung dort sucht, wo sie hingehört, kommt …
Unschuldsvermutung vs. Transparenz: Was Gremien und Organe von Gesellschaften bei Vorwürfen sagen dürfen
Die strafrechtliche Unschuldsvermutung gilt im Arbeitsrecht nicht – dennoch setzen Persönlichkeitsrechte der öffentlichen Kommunikation enge Grenzen. Der Fall Stefan Kuntz beim HSV zeigt exemplarisch, wie Aufsichtsräte in diesem Spannungsfeld navigieren müssen: Der Klub kommunizierte zunächst diskret „familiäre Gründe“, sah sich aber nach öffentlichen Dementis des Ex-Vorstands gezwungen, die wahren Hintergründe zu benennen. Die zentrale Erkenntnis für Führungskräfte: Gremien dürfen grundsätzlich …
Verdachtskündigung bei Führungskräften
Verdachtskündigung auf einen Blick: Die Verdachtskündigung ermöglicht dem Arbeitgeber eine außerordentliche Kündigung, wenn der dringende Verdacht einer schweren Pflichtverletzung besteht – auch ohne Beweis. Rechtsgrundlage ist § 626 BGB. Zwingend erforderlich ist eine vorherige Anhörung des Beschuldigten. Für Führungskräfte gelten besondere Maßstäbe. Was bedeutet Verdachtskündigung im Arbeitsrecht? Die Verdachtskündigung ist ein scharfes Schwert des Arbeitgebers. Sie erlaubt die fristlose Beendigung …
NIS2 – Neue Cybersicherheitspflichten für Unternehmen und Führungskräfte
Die digitale Sicherheit rückt in Europa stärker denn je in den Fokus. Mit der NIS2-Richtlinie (Network and Information Security 2) gelten seit kurzem deutlich verschärfte Anforderungen an die IT-Sicherheit vieler Unternehmen. Deutschland hat NIS2 zum 6. Dezember 2025 ohne Übergangsfrist in nationales Recht überführt. Was bedeutet das für Unternehmen und insbesondere für die Geschäftsleitung? In diesem Beitrag erhalten Geschäftsführer*innen, Vorstände …
Managerhaftung – Wenn Ressortgrenzen keine Schutzmauern mehr sind
Das OLG Frankfurt hat im November 2025 eine Grundsatzentscheidung getroffen, die technische Geschäftsführer, COOs und alle ressortfremden Organmitglieder aufhorchen lassen muss: Ein Geschäftsführer haftet für Compliance-Verstöße im Personalbereich, obwohl er formal nicht zuständig war. Der ESWE-Fall zeigt exemplarisch, dass die interne Ressortverteilung keine Haftungsfreistellung begründet – wer Dokumente mitzeichnet und in die Kommunikation eingebunden ist, trägt Mitverantwortung. Für Geschäftsführer und …
Aufhebungsvertrag mit Vorständen – Ein kurzer Überblick
Der Aufhebungsvertrag mit einem Vorstand ist ein hoch komplexes Rechtsinstrument, das weit über eine einfache Beendigung des Arbeitsverhältnisses hinausgeht. Vorstände sind Organmitglieder der Aktiengesellschaft und unterliegen speziellen aktienrechtlichen Bestimmungen, die bei der Vertragsgestaltung zwingend zu beachten sind. Fehler können nicht nur kostspielig werden, sondern auch erhebliche Haftungsrisiken für Aufsichtsrat und Gesellschaft nach sich ziehen. Die Herausforderung liegt darin, rechtssichere Vereinbarungen …
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