Unschuldsvermutung vs. Transparenz: Was Gremien und Organe von Gesellschaften bei Vorwürfen sagen dürfen

Die strafrechtliche Unschuldsvermutung gilt im Arbeitsrecht nicht – dennoch setzen Persönlichkeitsrechte der öffentlichen Kommunikation enge Grenzen. Der Fall Stefan Kuntz beim HSV zeigt exemplarisch, wie Aufsichtsräte in diesem Spannungsfeld navigieren müssen: Der Klub kommunizierte zunächst diskret „familiäre Gründe“, sah sich aber nach öffentlichen Dementis des Ex-Vorstands gezwungen, die wahren Hintergründe zu benennen. Die zentrale Erkenntnis für Führungskräfte: Gremien dürfen grundsätzlich …

Verdachtskündigung bei Führungskräften

Verdachtskündigung auf einen Blick: Die Verdachtskündigung ermöglicht dem Arbeitgeber eine außerordentliche Kündigung, wenn der dringende Verdacht einer schweren Pflichtverletzung besteht – auch ohne Beweis. Rechtsgrundlage ist § 626 BGB. Zwingend erforderlich ist eine vorherige Anhörung des Beschuldigten. Für Führungskräfte gelten besondere Maßstäbe. Was bedeutet Verdachtskündigung im Arbeitsrecht? Die Verdachtskündigung ist ein scharfes Schwert des Arbeitgebers. Sie erlaubt die fristlose Beendigung …

NIS2 – Neue Cybersicherheitspflichten für Unternehmen und Führungskräfte

Die digitale Sicherheit rückt in Europa stärker denn je in den Fokus. Mit der NIS2-Richtlinie (Network and Information Security 2) gelten seit kurzem deutlich verschärfte Anforderungen an die IT-Sicherheit vieler Unternehmen. Deutschland hat NIS2 zum 6. Dezember 2025 ohne Übergangsfrist in nationales Recht überführt. Was bedeutet das für Unternehmen und insbesondere für die Geschäftsleitung? In diesem Beitrag erhalten Geschäftsführer*innen, Vorstände …

Managerhaftung – Wenn Ressortgrenzen keine Schutzmauern mehr sind

Das OLG Frankfurt hat im November 2025 eine Grundsatzentscheidung getroffen, die technische Geschäftsführer, COOs und alle ressortfremden Organmitglieder aufhorchen lassen muss: Ein Geschäftsführer haftet für Compliance-Verstöße im Personalbereich, obwohl er formal nicht zuständig war. Der ESWE-Fall zeigt exemplarisch, dass die interne Ressortverteilung keine Haftungsfreistellung begründet – wer Dokumente mitzeichnet und in die Kommunikation eingebunden ist, trägt Mitverantwortung. Für Geschäftsführer und …

Aufhebungsvertrag mit Vorständen – Ein kurzer Überblick

Der Aufhebungsvertrag mit einem Vorstand ist ein hoch komplexes Rechtsinstrument, das weit über eine einfache Beendigung des Arbeitsverhältnisses hinausgeht. Vorstände sind Organmitglieder der Aktiengesellschaft und unterliegen speziellen aktienrechtlichen Bestimmungen, die bei der Vertragsgestaltung zwingend zu beachten sind. Fehler können nicht nur kostspielig werden, sondern auch erhebliche Haftungsrisiken für Aufsichtsrat und Gesellschaft nach sich ziehen. Die Herausforderung liegt darin, rechtssichere Vereinbarungen …