Die Fristlose Kündigung bei Vorständen und Geschäftsführern ist ein komplexes und hochsensibles Thema im deutschen Gesellschafts- und Arbeitsrecht. Die fristlose Kündigung eines Vorstands (AG) oder Geschäftsführers (GmbH) ist die „Ultima Ratio“ – das schärfste Schwert, das einem Unternehmen zur Verfügung steht, um sich von einem Top-Manager zu trennen. Hier ist eine detaillierte Zusammenfassung der rechtlichen Rahmenbedingungen, mit besonderem Fokus auf die …
Abberufung und Kündigung des GmbH-Geschäftsführers – Rechtsfolgen und Verteidigungsstrategien
Die Trennung einer GmbH von ihrem GmbH-Geschäftsführer vollzieht sich auf zwei rechtlich unabhängigen Ebenen: der gesellschaftsrechtlichen Abberufung und der schuldrechtlichen Kündigung des Anstellungsvertrags. Wer nur abberufen, aber nicht gekündigt wird, verliert seine Organstellung – behält aber sämtliche Vergütungsansprüche. Diese Zweigleisigkeit, das sogenannte Trennungsprinzip, ist in § 38 Abs. 1 GmbHG normativ verankert und durch den BGH in ständiger Rechtsprechung bestätigt. …
Geschäftsführer-Exit: Warum Outplacement, Haftungsfreistellung und Wettbewerbsverbot zusammengehören
Die Nachricht kommt selten überraschend, aber sie trifft trotzdem. Der Gesellschafter bittet zum Gespräch, der Aufsichtsratsvorsitzende formuliert vorsichtig, der Ton verändert sich. Für Geschäftsführer und Vorstände beginnt in diesem Moment ein Prozess, der sich fundamental von jeder anderen Trennung im Arbeitsleben unterscheidet. Und der in seiner rechtlichen Komplexität von den meisten Betroffenen – und erstaunlich vielen Beratern – unterschätzt wird. …
Warum die Haftung des Geschäftsführers nicht mit dem Ausscheiden endet
Warum die Haftung nicht mit dem Ausscheiden endet – Neugläubigerschäden und die „fortwirkende Gefahrenlage“ Urteilsrezension – BGH, Urteil vom 23.07.2024 – II ZR 206/22 Viele Manager denken beim Thema Insolvenzantragspflicht an eine harte Zäsur: „Wenn ich gehe, bin ich raus.“ Der BGH stellt mit II ZR 206/22 klar: Das stimmt so nicht. Wer eine insolvenzreife Gesellschaft zu spät in das …
Geschäftsführer in der Insolvenz
Geschäftsführer in der Insolvenz auf einen Blick: Der Geschäftsführer einer GmbH ist nach § 15a InsO verpflichtet, bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung ohne schuldhaftes Zögern, spätestens binnen drei bzw. sechs Wochen, Insolvenzantrag zu stellen. Ab Insolvenzreife gilt das Zahlungsverbot nach § 15b InsO. Bei Verletzung dieser Pflichten droht persönliche Haftung mit dem Privatvermögen sowie strafrechtliche Verfolgung. Im eröffneten Verfahren bestehen umfangreiche …
Unschuldsvermutung vs. Transparenz: Was Gremien und Organe von Gesellschaften bei Vorwürfen sagen dürfen
Die strafrechtliche Unschuldsvermutung gilt im Arbeitsrecht nicht – dennoch setzen Persönlichkeitsrechte der öffentlichen Kommunikation enge Grenzen. Der Fall Stefan Kuntz beim HSV zeigt exemplarisch, wie Aufsichtsräte in diesem Spannungsfeld navigieren müssen: Der Klub kommunizierte zunächst diskret „familiäre Gründe“, sah sich aber nach öffentlichen Dementis des Ex-Vorstands gezwungen, die wahren Hintergründe zu benennen. Die zentrale Erkenntnis für Führungskräfte: Gremien dürfen grundsätzlich …
Soll ich einen Aufhebungsvertrag unterschreiben?
Was Geschäftsführer, Vorstände und leitende Angestellte vor der Unterschrift wissen müssen Ihr Gesellschafter, Ihr Aufsichtsrat oder Ihr Arbeitgeber legt Ihnen einen Aufhebungsvertrag vor – vielleicht mit dem Hinweis, schnell zu unterschreiben. Das sollten Sie auf keinen Fall tun. Denn als Führungskraft stehen bei einem Aufhebungsvertrag in aller Regel Beträge im sechs- bis siebenstelligen Bereich auf dem Spiel: Abfindung, Pensionszusagen, Boni, …
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