Berufsalltag: Was darf ich über meinen Job erzählen?

Grundsätzlich sind Arbeitnehmer zur Verschwiegenheit gegenüber Dritten verpflichtet. Doch oft ist Arbeitnehmer nicht klar, wie weit die Verschwiegenheitsklausel eigentlich reicht.


Was darf man also über seinen eigenen Job erzählen?
Häufig wird bereits im Arbeitsvertrag eine Verschwiegenheitsklausel festgehalten, doch auch ohne eine solche vereinbarte Klausel ist der Arbeitnehmer per Gesetz zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Denn vom Gesetz wird die Verschwiegenheit der Mitarbeiter als eine arbeitsvertragliche Nebenpflicht angesehen.
Wer Betriebsgeheimnisse verrät, macht sich unter Umständen sogar strafbar, wenn derartige Geheimnisse an die Konkurrenz oder Mitbewerber weitergegeben werden.

Definition Betriebsgeheimnis

Vielen Arbeitnehmern ist jedoch gar nicht klar, was vom Begriff Betriebsgeheimnis eigentlich umfasst ist.
Generell sind Betriebsgeheimnisse all solche Umstände, die nur einem gewissen Personenkreis bekannt sind und an denen das Unternehmen ein wirtschaftliches Interesse hat.
Abzugrenzen davon sind offiziell zugängliche Informationen. So zählen veröffentlichte Geschäftszahlen oder Geschäftsberichte nicht zu den Betriebsgeheimnissen.
Oft ist auch der zeitliche Umfang der Verschwiegenheit nicht ganz klar.
Grundsätzlich beginnt die Verschwiegenheit mit Beginn des Arbeitsverhältnisses. Wird das Arbeitsverhältnis beendet, so endet damit jedoch nicht auch automatisch die Verschwiegenheitspflicht.
Wer also seinem neuen Arbeitgeber vertrauliche Informationen des Ex-Unternehmens mitteilt, muss durchaus mit Konsequenzen rechnen.

„Maulkorbverbot“

unsplash.com

Der Arbeitgeber darf ehemaligen Mitarbeitern allerdings keinen Maulkorb aufzwängen. Vielmehr dürfen ehemalige Mitarbeiter nicht komplett in ihrer Berufsausübung beschränkt werden.
Ein Verbot, welches dem Mitarbeiter komplett verbietet über seinen alten Job zu reden, ist damit unzulässig und auch vor Gericht nicht durchsetzbar.

Betriebsratsmitglieder besonders in der Pflicht

Anders sieht es jedoch bei Mitgliedern des Betriebsrates aus. Denn Betriebsratsmitglieder unterliegen einer besonderen Geheimhaltungspflicht. Schließlich haben die Mitglieder des Betriebsrates Zugang zu besonders sensiblen Informationen und Daten.
Sind einem Mitglied des Betriebsrates nur auf Grund der Zugehörigkeit zum Betriebsrat Betriebsgeheimnisse bekannt geworden und hat der Arbeitgeber dies für ausdrücklich geheimhaltungsbedürftig erklärt, so müssen die Mitglieder des Betriebsrates schweigen.
Wer als Betriebsratsmitglied Betriebsgeheimnisse ausplaudert, macht sich zudem strafbar.
Arbeitnehmer sollten Verschwiegenheitsklausel also durchaus ernst nehmen. Bei Unklarheiten sollte Rücksprache mit dem Arbeitgeber oder (falls vorhanden) mit dem Betriebsrat gehalten werden.
Oft lassen sich Fragen so am schnellsten klären.
In jedem Fall sollte man nicht leichtsinnig mit betrieblichen Informationen umgehen, denn im schlimmsten Fall drohen nicht nur arbeitsrechtliche, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen.


Mehr zum Thema Arbeitsrecht: betriebsbedingte KündigungDiskriminierungsverbotKündigungsschutzMobbingSonderkündigungsschutzUrlaubsentgeld


Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen!

Gerne helfen wir Ihnen weiter. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Schildern Sie uns unverbindlich Ihr Problem und wir können Ihnen bereits eine kostenlose Ersteinschätzung geben.

Rufen Sie uns bei Kündigung, Abfindung und Aufhebungsverträge und anderen zeitkritischen Fragen an. Bei allen anderen Fragen nutzen Sie bitte unsere Online-Anfrage.

Online-Anfrage

24 Stunden, rund um die Uhr

040 – 35 70 49 50

Mo - Fr von 08:00 – 18:00 Uhr


Auch interessant: 

Unbefristeter Arbeitsvertrag

unsplash.com/ Valario Davis

Von einem unbefristeten Arbeitsvertrag spricht man, wenn das Arbeitsverhältnis nicht durch vereinbarte Befristung oder einen sonstigen Zeitablauf automatisch endet. Arbeitsverhältnisse werden in der Regel unbefristet geschlossen, möchte der Arbeitgeber eine Befristung durchsetzen, dann bedarf es dazu einer ausdrücklichen schriftlichen Vereinbarung zwischen den Parteien. Das unbefristete Arbeitsverhältnis bietet dem Arbeitnehmer verständlicherweise mehr Planungssicherheit, als ein befristetes. Allerdings ist auch dort der Schutz nicht uferlos… Weiterlesen

 


Profis im Kündigungsschutz: Anwalt für Arbeitsrecht in WinterhudeAnwalt für Kündigung in HusumAnwaltskanzlei für Arbeitsrecht in DulsbergAnwaltskanzlei für Arbeitsrecht in Eppendorf


Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen!

Gerne helfen wir Ihnen weiter. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Schildern Sie uns unverbindlich Ihr Problem und wir können Ihnen bereits eine kostenlose Ersteinschätzung geben.

Rufen Sie uns bei Kündigung, Abfindung und Aufhebungsverträge und anderen zeitkritischen Fragen an. Bei allen anderen Fragen nutzen Sie bitte unsere Online-Anfrage.

Online-Anfrage

24 Stunden, rund um die Uhr

040 – 35 70 49 50

Mo - Fr von 08:00 – 18:00 Uhr