Betriebsrat bei Mobbing einschalten

Mobbing am Arbeitsplatz stellt heute leider keinen Einzelfall mehr dar. Doch die wenigsten Betroffen suchen sich Hilfe oder setzen sich zur Wehr aus Angst und Scham.
Häufig glauben Betroffene, dass die Mobbingattacken schon wieder aufhören werden.
In der Praxis ist dies jedoch nur selten der Fall. Im Gegenteil, mit der Zeit verstärken sich die Mobbingattacken zumeist noch.

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Ist im Unternehmen ein Betriebsrat aktiv, so kann auch der Betriebsrat im Fall von Mobbing helfend zur Seite stehen.
Denn generell hat jeder Arbeitnehmer das Recht sich mit einer Beschwerde an den Betriebsrat zu wenden.

Betriebsrat muss auch Persönlichkeitsrechte schützen

Der Betriebsrat hat zudem die Aufgabe zu überwachen, dass die Mitarbeiter im Unternehmen nach Recht und Billigkeit behandelt werden.
Damit steht auch die freie Entfaltung der Persönlichkeit der einzelnen Arbeitnehmer unter dem Schutz des Betriebsrates.

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Wer Opfer von Mobbing ist, sollte sich deshalb an den Betriebsrat wenden. Dabei ist es durchaus möglich, sich an ein bestimmtes Betriebsratsmitglied zu wenden.
Die Mobbingvorwürfe sollten so konkret, wie nur möglich benannt werden. Oft hilft es eine Art Tagebuch zu führen, um die Übergriffe detailliert festhalten zu können.
Dieses kann dann dem Betriebsrat übergeben werden. Auch eventuelle Zeugen sollte man sich notieren und direkt ansprechen.
Auch Zeugen können dem Betriebsrat direkt genannt werden. Je konkreter die Vorwürfe sind, desto einfacher ist es auch für den Betriebsrat zu helfen.
Generell sollten sich Mitarbeiter jedoch noch einmal schriftlich vom Betriebsrat bestätigen lassen, dass sie sich an den Betriebsrat gewandt haben.

Arbeitgeber muss informiert werden

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Reagiert der Betriebsrat nicht von selbst, so sollten Mitarbeiter nach einer gewissen Zeit ruhig einmal nachfragen. Trifft der Betriebsrat keine Maßnahmen, so kann man sich mit einer erneuten Beschwerde an den Betriebsratsvorsitzenden wenden.
In der Regel nimmt der Betriebsrat derartige Beschwerden jedoch sehr ernst. Allerdings sollten Mitarbeiter auch bedenken, dass der Betriebsrat teils schweren Mobbingvorwürfen nicht innerhalb von zwei oder drei Tagen nachkommen kann.
Hier sollten Mitarbeiter ein wenig Geduld haben.
Zudem muss, falls der Arbeitnehmer dies noch nicht selbst getan hat, der Betriebsrat den Arbeitgeber über die Vorwürfe informieren.
Denn, nur wenn der Arbeitgeber Kenntnis von den Mobbingvorwürfen hat, kann er auch entsprechend reagieren.


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Fallbeispiel:

Hitlergruß durch türkischen Arbeitnehmer – Fristlose Kündigung

Fristlose Kündigung wegen Hitlergruß. Normal würde praktisch jeder denken und sagen. Aber wie sieht es aus, wenn ein türkisch stämmiger Arbeitnehmer das machet und dann noch, um missfallen auszudrücken?

Es gibt Fälle, die kann man sich schlicht nicht ausdenken und darum geben wir hier mal einen Fall des Arbeitsgericht Hamburg zum Besten, der uns im Rahmen einer Fallrecherche über den Weg gelaufen ist, digital.

Hier die Pressemitteilung des Arbeitsgerichts Hamburg zum Fall:

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Pressemitteilung vom 20.10.2016

Arbeitsgericht Hamburg Aktenzeichen: 12 Ca 348/15
In einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Hamburg streiten der Kläger und die Arbeitgeberin über eine fristlose Kündigung. Der Kläger ist bei der Beklagten seit 2009 als Transportfahrer tätig. Dabei ist die Beklagte im Bereich der Patiententransporte tätig.

Ende 2015 fand eine Betriebsversammlung statt. Hierbei kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Kläger und dem Betriebsratsvorsitzenden der Beklagten. Kurze Zeit später traf der Kläger auf den Betriebsratsvorsitzenden und hob seinen ausgestreckten Arm zum Hitlergruß. Gleichzeitig sagte er: „Du bist ein heil, du Nazi!“


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