Frage nach Drogen im Bewerbungsgespräch

Im Bewerbungsgespräch möchte der Arbeitgeber so viel, wie möglich über die Bewerber erfahren.
Dabei spielt auch der private Hintergrund für den Arbeitgeber häufig eine Rolle. Damit der Bewerber jedoch nicht zum gläsernen Bewerber wird, schiebt die Rechtsprechung bei bestimmten Fragen eine Riegel vor.
So darf der Arbeitgeber Bewerberinnen grundsätzlich nicht Fragen, ob sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen.
Tut er dies doch, so dürfen Bewerberinnen lügen und mit „nein“ antworten.

Fragen, die für angestrebte Tätigkeit wichtig sind

unsplash.com/ Marc Schafer

Generell gilt, der Arbeitgeber darf durchaus heikle Fragen stellen, wenn er damit nicht in die geschützten Rechte des Bewerbers oder den geschützten Rechten aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) eingreift.
Die gestellten Fragen müssen jedoch für die angestrebte Tätigkeit von Bedeutung sein. Fragen nach dem Drogenkonsum können im Bewerbungsgespräch also durchaus zulässig sein, beispielsweise weil die angestrebte Tätigkeit sicherheitsrelevante Aspekte umfasst.

Ärzte, Piloten und Berufskraftfahrer

Bei Bewerbungen als Berufskraftfahrer, Pilot oder Maschinenführer, kann eine Frage nach dem Drogenkonsum durchaus im Bewerbungsgespräch gestellt werden.
Auch, wer sich für die Arbeit mit Drogenabhängigen oder als Arzt bewirbt, muss unter Umständen mit einer Frage nach dem Drogenkonsum rechnen.
Diese muss dann natürlich auch wahrheitsgemäß beantwortet werden.
Bei konkreten Anlässen darf auch nach weiteren strafrechtlichen Verurteilungen gefragt werden.

wahrheitsgemäß antworten

unsplash.com/ Emiliano Vittoriosi

Wer bei der Frage nach dem Drogenkonsum die Unwahrheit sagt, muss damit rechnen, dass der Arbeitsvertrag (sollte er denn zustande kommen) wieder aufgelöst wird.
Denn der Arbeitgeber kann den Arbeitsvertrag auch nachträglich anfechten, wenn er Kenntnis von Umständen erhält, die dazu führen, dass der Bewerber nicht hätte eingestellt werden sollen.
Ist der Drogenkonsum bei der ausgeschriebenen Stelle jedoch unproblematisch, so können Bewerber durchaus zur Lüge greifen.
An dieser Stelle ist die Rechtslage bisher noch nicht abschließend geklärt.
Wer jedoch lügt, muss unter Umständen damit rechnen, dass der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag dennoch anficht.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rechtsprechung in derartigen Fällen künftig positioniert.


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