Typische Fragen rund um die Krankschreibung

Gerade in Bezug auf die Krankschreibung existieren immer noch zahlreiche Irrtümer und Mythen.
Wir haben die wichtigsten Fragen gesammelt und beantwortet.

1. Darf der Arbeitgeber mich nach Hause schicken, wenn ich krank zur Arbeit komme?

Ja, der Arbeitgeber darf und soll kranke Mitarbeiter nach Hause schicken. Denn der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern. Diese erfordert auch, dass er kranke Mitarbeiter zu deren eigenem, aber auch zum Schutz der Kollegen, nach Hause schickt. Wer krank ist, sollte sich deshalb nicht mit aller Kraft zur Arbeit schleppen. Denn in der Regel wird einen der Arbeitgeber sowieso wieder nach Hause schicken.

2. Darf der Arbeitgeber vorschreiben, dass ich noch am gleichen Tag meiner Erkrankung zum Arzt gehe?

Nach der neuen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts darf der Arbeitgeber anordnen, dass kranke Arbeitnehmer bereits am ersten Tag ihrer Erkrankung ein ärztliches Attest vorweisen. Diese Regelung muss nicht zwingend im Arbeitsvertrag festgehalten werden. Entsprechende Regelungen können sich auch in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen finden. Nicht selten teilt der Arbeitgeber eine solche Regelung mündlich mit.

3. Welche Frist gilt für das Einreichen der Krankschreibung?

Typische Fragen rund um die Krankschreibung/ Bild: Unsplash.com/Adam Tinworth

Fordert der Arbeitgeber bereits am ersten Tag der Erkrankung eine Krankschreibung, so muss der Arbeitnehmer dieser Forderung auch nachkommen. Doch dank der technischen Möglichkeiten können Arbeitnehmer die Krankschreibung heute meist mit einfachen Mitteln noch am selben Tag übermitteln. Wer ein Smartphone besitzt, kann die Krankschreibung beispielsweise mit Hilfe einer App einscannen und dann per E-Mail an den Arbeitgeber senden.
Dabei kann darauf verwiesen werden, dass das Original später nachgesendet oder vorgelegt wird.

4. Muss ich trotz Krankschreibung für den Arbeitgeber erreichbar sein?

Nein, wer krank ist krank. Arbeitnehmer müssen während ihrer Krankheit nicht erreichbar sein.
Denn schließlich soll die Krankschreibung der Genesung dienen.

5. Kann der Arbeitgeber mich zurück in die Firma beordern, wenn ich krank bin?

Typische Fragen rund um die Krankschreibung/ Bild: Unsplash.com

Grundsätzlich gilt: wer krank ist, ist krank. Der Beweis der Krankschreibung ist dabei unerschütterlich. Arbeitgeber müssen dies auch akzeptieren. Doch nicht immer sind Arbeitnehmer komplett arbeitsunfähig. In Einzelfällen kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer also durchaus zurück in die Firma beordern, wenn beispielsweise ein wichtiger Termin wahrgenommen werden muss.
Allerdings kann der Arbeitgeber nicht einfach pauschal erkrankte Arbeitnehmer zurück ins Büro beordern.
Um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, sollte das Vorhaben vorher mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht abgesprochen werden.

6. Brauche ich selbst eine Bestätigung, wenn mein Kind erkrank ist?

Nein, Arbeitnehmer benötigen keine eigene Krankschreibung, wenn schon eine Krankschreibung des Kindes vorliegt.
Vielmehr reicht die Krankschreibung des Kindes zur Vorlage beim Arbeitgeber aus.


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