Arbeitgeber darf längeren Urlaub nicht einfach ablehnen

Viele Arbeitgeber versuchen den Urlaub ihrer Mitarbeiter zu begrenzen. Den Satz „Aber nicht länger als zwei Wochen“ haben sicherlich schon einige Arbeitnehmer zu hören bekommen. Viele Arbeitnehmer geben diesem Wunsch des Arbeitgebers meist nach, um keinen Unmut des Arbeitgebers auf sich zu ziehen.
Doch darf der Arbeitgeber den Urlaub der Arbeitnehmer einfach begrenzen?

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Generell ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet den Urlaubswünschen seiner Mitarbeiter nachzukommen.
Die Urlaubswünsche dürfen nur dann abgelehnt werden, wenn besondere betriebliche Bedürfnisse dafürsprechen.
Natürlich ist klar, dass nicht alle Arbeitnehmer gleichzeitig Urlaub nehmen können. Schließlich muss der Betrieb auch während der Urlaubszeit weiterlaufen.
Das Arbeitsrecht sieht jedoch vor, dass der Urlaub grundsätzlich zusammenhängend gewährt werden muss.

Ausnahme: saisonale Gründe

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Eine Ausnahme liegt nur bei einer saisonalen Unabkömmlichkeit vor. Bei Saisonarbeitern kann der Arbeitgeber den Urlaub auf 12 und weniger Tage begrenzen.
Allerdings nur, wenn Saisonarbeit vorliegt und die Mitarbeiter deshalb unabkömmlich sind.
In allen anderen Fällen kann der Arbeitgeber den Urlaubsanspruch nicht einfach begrenzen.
Generell führen Urlaubswünsche immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Hier hilft oftmals Diplomatie. Wer das Gespräch mit dem Arbeitgeber sucht und seine Gründe erklärt, stößt oftmals auf Verständnis.
Gleiches gilt auch für die Kollegen. Hier hilft es sich bereits vorab über die Urlaubswünsche abzustimmen.
Arbeitnehmer ohne schulpflichtige Kinder sollten Arbeitgebern mit schulpflichtigen Kindern den Vortritt in den Schulferien lassen.
Arbeitnehmer ohne schulpflichtige Kinder haben dann über das restliche Jahr oftmals freien Spielraum.

Urlaubskalender für bessere Planbarkeit

Mittlerweile haben sich in vielen Unternehmen Urlaubskalender durchgesetzt, in denen jeder Arbeitnehmer seine eigenen Urlaubswünsche eintragen kann.
So kann jeder Mitarbeiter sehen, wann wer Urlaub nehmen möchte. Auch für den Arbeitgeber bedeutet dies eine große Erleichterung, da die Urlaubsplanung so in der Regel selbstständig von den Mitarbeitern übernommen wird.
Der Arbeitgeber muss dann in der Regel nur noch die Urlaubswünsche im Kalender bestätigen.
In einigen Unternehmen gilt der im Kalender eingetragene Urlaub als genehmigt, wenn der Arbeitgeber innerhalb einer bestimmten Frist nicht widerspricht.


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Fallbeispiel:

Hitlergruß durch türkischen Arbeitnehmer – Fristlose Kündigung

Fristlose Kündigung wegen Hitlergruß. Normal würde praktisch jeder denken und sagen. Aber wie sieht es aus, wenn ein türkisch stämmiger Arbeitnehmer das machet und dann noch, um missfallen auszudrücken?

Es gibt Fälle, die kann man sich schlicht nicht ausdenken und darum geben wir hier mal einen Fall des Arbeitsgericht Hamburg zum Besten, der uns im Rahmen einer Fallrecherche über den Weg gelaufen ist, digital.

Hier die Pressemitteilung des Arbeitsgerichts Hamburg zum Fall:

Unsplash.com/ Bruce Jastrow

Pressemitteilung vom 20.10.2016

Arbeitsgericht Hamburg Aktenzeichen: 12 Ca 348/15
In einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Hamburg streiten der Kläger und die Arbeitgeberin über eine fristlose Kündigung. Der Kläger ist bei der Beklagten seit 2009 als Transportfahrer tätig. Dabei ist die Beklagte im Bereich der Patiententransporte tätig.

Ende 2015 fand eine Betriebsversammlung statt. Hierbei kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Kläger und dem Betriebsratsvorsitzenden der Beklagten. Kurze Zeit später traf der Kläger auf den Betriebsratsvorsitzenden und hob seinen ausgestreckten Arm zum Hitlergruß. Gleichzeitig sagte er: „Du bist ein heil, du Nazi!“


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