Der Aufhebungsvertrag – Was tun bei Personalabbau?

Viele große Unternehmen werden nach den Empfehlungen von Unternehmensberatern wie McKinsey wirtschaftlich optimiert. In fast allen Fällen ist der erste und teils auch einzige Schritt, Personalkosten senken. Und weil das Deutsche Arbeitsrecht eben Gehaltskürzungen praktisch unmöglich macht, muss halt Personal abgebaut werden.

Soll ich mich von einem Arbeitsrechtler beraten lassen?

Ja! Und je früher, desto besser!

Denn wir können die Chancen und Risiken einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch einen Aufhebungsvertrag gut einschätzen und helfen, teure Fehler zu vermeiden. Dabei geht es zuerst um die Frage des Arbeitslosengeldes.

Und: Vorsicht mit der Rechtsschutzversicherung!

Der Aufhebungsvertrag – Was tun bei Personalabbau?/ Bild:Unsplash.com/ Annie Spratt

Wer bei der Rechtsschutzversicherung anruft und dort nach einer Deckungszusage für die Beratung bei Abschluss eines Aufhebungsvertrages fragt, macht in der Regel einen teuren Fehler. Denn die Mitarbeiter in den Call-Centern der Rechtsschutzversicherer sind sehr gut darauf geschult, die richtigen Fragen zu stellen und so am Ende die Zahlungspflicht der Rechtsschutzversicherung zu vermeiden.

Wir kennen diese Problematik und wissen, wie man die Fälle richtig darstellt, um die Rechtsschutzversicherung nicht aus ihrer Pflicht zu lassen. Denn – kleiner Trick – die Beratung beim Aufhebungsvertrag ist in den Rechtsschutzbedingungen ausgeschlossen. Die Beratung wegen einer angedrohten Kündigung hingegen löst den sogenannten Rechtsschutzfall und damit die Zahlungspflicht der Rechtsschutzversicherung aus.

Wenn die Rechtsschutzversicherer fair arbeiten würden, wäre eine der ersten Fragen, hat man Ihnen auch eine Kündigung angedroht? Das ist praktisch immer der Fall, denn in der Regel wird nach Ablauf des „Freiwilligenprogramms“ mit den echten Kündigungen begonnen.

Wir stellen die Fälle zutreffend dar und sichern so die Übernahme der Kosten durch die Rechtsschutzversicherung!

Aufhebungsvertrag – Wie bekomme ich trotzdem Arbeitslosengeld?

Wer seine Arbeitslosigkeit selbst verschuldet bekommt eine 12 wöchige Sperrzeit beim Arbeitslosengeld. Der Klassiker des selbst Verschuldens ist der Abschluss eines Aufhebungsvertrags. Und selbst wenn im Aufhebungsvertrag vorne drin steht, dass dieser zur Vermeidung einer betriebsbedingten Kündigung erfolgt, so nützt dies am Anfang nichts. Die Arbeitsagenturen verhängen in fast allen Fällen eine Sperrzeit.

Das Irrwitzige ist, dass wir in der Regel – nach drei bis 4 Jahren – gegen die Arbeitsagentur vor dem Arbeitsgericht gewinnen.

Aber niemand – wirklich niemand – ist mit diesen Verfahren glücklich. Alle Paar Monate fragt der Rechtssuchende – zu Recht – bei uns an, was in dem Verfahren los ist und wir sagen Jahrelang, dass wir es nicht wissen und auch nichts beim Sozialgericht in Erfahrung bringen können. Mehr Frust geht kaum.

Darum versuchen wir immer, diese Situation zu vermeiden.

Was bleibt von der Abfindung, wenn ich einen Aufhebungsvertrag abschließe?

Der Aufhebungsvertrag – Was tun bei Personalabbau?/ Bild: Unsplash.com

Alles vom Netto, wenn man es richtig macht! Aber man kann viel falsch machen.

Es gibt die Sperrzeit mit 12 Wochen. Das kostet rund gerechnet zwei Netto-Monatsgehälter (knapp dreimal das monatliche Arbeitslosengeld von ca. 60% des netto). Das Ruhen des Arbeitslosengeldanspruchs und die Anrechnung der Abfindung auf das Arbeitslosengeld.

Hier sollte immer ein Fachmann oder eine Fachfrau prüfen, wo im Einzelfall die Risiken liegen. In extremen Fällen kann der Schaden im 5-stelligen Bereich – netto – liegen.

Sie haben noch Fragen zum Aufhebungsvertrag oder sind gar selbst betroffen?

Dann können wir Ihnen sicher weiter helfen. Machen Sie sich selbst ein Bild über unsere Kanzlei oder kontaktieren Sie uns direkt.

 


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Denken Sie daran!

Da Arbeitsrechtssachen schnell gelöst werden sollten, gibt es bei uns grundsätzlich umgehend einen ersten Beratungstermin. Wenn möglich noch am selben Tag, sonst tags darauf. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Wir sind telefonisch von Mo-Fr in der Zeit von 08:00 – 18:00 Uhr erreichbar.


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Viele Arbeitgeber locken ihre Mitarbeiter heute mit einem Bonus für eine lange Betriebstreue.
Egal, ob Barzahlungen oder Geschenkgutscheine, derartige Bonusvereinbarungen sind durchaus zulässig.
Wer jedoch vorher kündigt, geht in der Regel leer aus.

individuelle Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber zulässig

Bonus für Betriebstreue/ Bild: Unsplash.com/ Sharon Mccutcheon

So auch im Fall eines Arbeitnehmers, der 2009 mit seinem Arbeitgeber eine Vereinbarung über einen Treuebonus geschlossen hatte.
Konkret wurde vereinbart, dass der Bonus über zwei Jahre hinweg angespart werden solle, allerdings erst nach fünf Jahren Betriebstreue ausgezahlt werden sollte.
Zudem wurde vertraglich festgelegt, dass der komplette Bonus entfällt, wenn der Mitarbeiter vor Ablauf der Frist von fünf Monaten kündigt.
2014 kündigte der Mitarbeiter dann selbst, da er über Monate hinweg keinen Lohn erhalten hatte.
Zu diesem Zeitpunkt war er jedoch noch keine fünf Jahre im Unternehmen beschäftigt. WEITERLESEN


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Denken Sie daran!

Da Arbeitsrechtssachen schnell gelöst werden sollten, gibt es bei uns grundsätzlich umgehend einen ersten Beratungstermin. Wenn möglich noch am selben Tag, sonst tags darauf. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Wir sind telefonisch von Mo-Fr in der Zeit von 08:00 – 18:00 Uhr erreichbar.