Schwangerschaftstest vor Einstellung

Bisher mussten Bewerberinnen bei der spanischen Airline Iberia einen Schwangerschaftstest machen. In Deutschland undenkbar!

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Für dieses Verhalten wurde die Airline jetzt mit einer Geldstrafe von 25.000 Euro belegt.
Als Grund sahen die Behörden einen schweren diskriminierenden Verstoß gegen das geltende Arbeitsrecht.
Doch nicht nur die Behörden schlugen Alarm, mittlerweile äußert auch die Öffentlichkeit herbe Kritik. In den sozialen Medien tobt ein regelrechter Shitstorm gegen die spanische Airline.
Und auch der spanische Gesundheitsminister äußerte seine Ablehnung gegen die Vorgehensweise der Airline deutlich. Er betonte, dass eine Schwangerschaft grundsätzlich kein Grund für eine Ablehnung im Bewerbungsverfahren sein dürfe.

Gewerkschaften schlagen Alarm

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Auch die Gewerkschaften äußerten sich äußerst kritisch und hielten die Strafe von 25.000 Euro für zu gering. Nach Ansicht der Gewerkschaften würde die niedrige Summe die Airline gerade dazu verleiten mit dieser fraglichen Praxis weiterzumachen.
Iberia hingegen akzeptierte die Entscheidung und verteidigte die Maßnahmen damit, dass man mit der Maßnahme lediglich werdende Mütter habe schützen wollte.
In Zukunft will die Airline die Schwangerschaftstests unterlassen und die Bewerberinnen nur noch auf die Gefahren für Schwangere beim Fliegen hinweisen. Ein solcher Hinweis ist gesetzlich auch vorgeschrieben.
Auch in Spanien dürfen Arbeitgeber Bewerberinnen nicht nach einer bestehenden Schwangerschaft fragen.

Recht zur Lüge

In Deutschland ist sich die Rechtsprechung mittlerweile einig, dass schwangere Bewerberinnen bei der Frage nach einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft sogar zur Lüge greifen dürfen.
Auch wer schwanger ist, darf somit die Schwangerschaft verneinen.
Würde ein Arbeitgeber in Deutschland einen Schwangerschaftstest vor der Einstellung verlangen, so dürften Bewerberinnen diesen getrost ablehnen.
Vielmehr sollte man umgehend einen Fachanwalt für Arbeitsrecht einschalten und gegen diese Maßnahme vorgehen.


Fallbeispiel

Sonderkündigungsschutz Schwangerschaft

§ 9 Mutterschutzgesetz (MuSchG) gewährleistet Sonderkündigungsschutz für die gesamte Zeit der Schwangerschaft und bis zu vier Monate nach der Entbindung. Voraussetzung für das Kündigungsverbot ist indes, dass der Arbeitgeber Kenntnis von der Schwangerschaft hat. Hat der Arbeitgeber keine Kenntnis von der Schwangerschaft, dann muss ihm diese bis spätestens zwei Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt werden.

Erfährt die Arbeitnehmerin selbst unverschuldet erst später von der Schwangerschaft, dann kann sie die Mitteilung gegenüber dem Arbeitgeber noch unverzüglich nachholen. Auch in diesen Fällen wird die Kündigung nachträglich unwirksam, sofern die Schwangerschaft schon zum Zeitpunkt der Kündigung bestanden hat. Wann die Nachholung noch unverzüglich erfolgte hängt stets von den Umständen des Einzelfalles ab. Nach der Rechtsprechung dürfte die zeitliche Grenze bei ca. 1 Woche liegen, es empfielt sich daher grundsätzlich, sofort nach Kenntnis aktiv zu werden.

Hat der Arbeitgeber trotz bestehender Schwangerschaft gekündigt, dann sollte die Arbeitnehmerin Kündigungsschutzklage erheben um ihre Recht wahren zu können.


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Denken Sie daran!

Da Arbeitsrechtssachen schnell gelöst werden sollten, gibt es bei uns grundsätzlich umgehend einen ersten Beratungstermin. Wenn möglich noch am selben Tag, sonst tags darauf. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Wir sind telefonisch von Mo-Fr in der Zeit von 08:00 – 18:00 Uhr erreichbar.