Was Arbeitnehmer bei Unwetter wissen müssen

Das Orkantief Friederike hat über Deutschland gewütet und zahlreiche Bäume und Stromleitungen einstürzen lassen.
Bereits zu Beginn warnten Wetterexperten, dass man besser zu Hause bleiben solle.
Doch welche Rechte haben Arbeitnehmer eigentlich bei Unwetter?
Wir klären auf!

1. Darf ich bei Unwetter einfach zu Hause bleiben?

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Grundsätzlich: nein. Denn Arbeitnehmer sind selbst für den Weg zur Arbeit verantwortlich. Egal, ob Stau, Warnstreik bei der Bahn oder eben Unwetter, für den Weg zur Arbeit muss dann mehr Zeit eingeplant werden.
Ist die Lage allerdings derart extrem, dass der Sturm so stark wütet, dass überall umgeknickte Bäume liegen und gewarnt wird auf die Straße zu gehen, so kann ein Fall von „begründeter Arbeitsverhinderung“ vorliegen.
Allerdings muss der Arbeitgeber in einem solchen Fall keinen Lohn zahlen. Anderweitige Regelungen können sich jedoch aus Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen ergeben.
Eine Ausnahme besteht jedoch dann, wenn der Arbeitgeber das Wegerisiko trägt. Dies ist beispielsweise bei Offshoreplattformen der Fall. Hier kann der Wind derart stark sein, dass es dem Mitarbeiter gar nicht erst möglich ist die Plattform zu erreichen.
In diesem Fall muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter bezahlen, auch, wenn diese gar nicht am Arbeitsort eintreffen können.

2. Kann der Arbeitnehmer mich abmahnen, weil ich auf Grund eines Unwetters zu spät gekommen bin?

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Nein, eine Abmahnung droht Arbeitnehmern nur dann, wenn sie die Unpünktlichkeit auch selbst verschuldet haben. Wer einmalig wegen eines Sturms zu spät kommt, muss also nicht mit einer Abmahnung rechnen.
Wer jedoch beispielsweise mit dem Auto zur Arbeit fährt und wiederholt zu spät kommt und sich immer wieder auf eine staureiche Strecke beruft, muss unter Umständen mit einer Abmahnung rechnen. Denn schließlich liegt das Wegerisiko beim Arbeitnehmer. Ist auf einer bestimmten Strecke, muss der Arbeitnehmer mehr Zeit für die Anreise zum Arbeitsort einplanen

3.Was gilt für Arbeitnehmer, die ihre Kinder abholen müssen?

Kann ein Kind nicht anders betreut werden, so haben Arbeitnehmer in dieser Notsituation das Recht den Arbeitsplatz früher zu verlassen.
Allerdings wird die ausgefallene Arbeitszeit auch nicht vergütet.
Häufig kann man jedoch mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass die ausgefallene Arbeitszeit auf Wunsch nachgearbeitet wird.


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Denken Sie daran!

Da Arbeitsrechtssachen schnell gelöst werden sollten, gibt es bei uns grundsätzlich umgehend einen ersten Beratungstermin. Wenn möglich noch am selben Tag, sonst tags darauf. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Wir sind telefonisch von Mo-Fr in der Zeit von 08:00 – 18:00 Uhr erreichbar.


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Die Arbeitsgerichtsbarkeit, die Zuständigkeiten und der Gang des arbeitsgerichtlichen Verfahrens sind in einem besonderen Prozessrecht geregelt, dem Arbeitsgerichtsgesetz. Grundsätzlich ist das Verfahren der Zivilprozessordnung angelehnt, jedoch unter Berücksichtigung der arbeitsrechtlichen Besonderheiten.
Die Arbeitsgerichtsbarkeit kennt drei Instanzen: Erstinstanzlich sind für alle Streitigkeiten aus dem

Arbeitsverhältnis die Arbeitsgerichte (ArbG) zuständig. Gegen Urteile oder Beschlüsse des Arbeitsgerichts ist die Berufung bzw. Beschwerde vor den Landesarbeitsgerichten (LArbG) statthaft. Gegen Urteile und Beschlüsse der Landesarbeitsgerichte hingegen ist eine Revision bzw. eine Rechtsbeschwerde bei dem Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt anzustrengen, sofern diese Rechtsmittel zugelassen worden sind.


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