Wenn das eigene Kind krank ist

Gerade im Winter jagt eine Grippewelle die nächste. Da bleibt eine Erkältung oder eine Grippe meist nicht aus.
Arbeitnehmer, die Kinder haben, können davon wohl ein Lied singen. Denn gerade im Kindergarten oder in der Schule breiten sich Viren und Bakterien besonders schnell aus.
Die Folge: die Kinder werden krank und die Eltern müssen sich um sie kümmern.
Für Arbeitnehmer bedeutet dies häufig eine Gradwanderung mit dem Arbeitgeber.

arbeitsrechtliche Ansprüche

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Juristisch gesehen ist der Fall jedoch relativ einfach.
Ist das Kind des Arbeitnehmers jünger, als 12 Jahre, so kann der Arbeitnehmer zu Hause bleiben, um sich um das Kind zu kümmern.
Verweigert der Arbeitgeber dies, so können Mitarbeiter auch eigenmächtig zu Hause bleiben. Die Gesundheit des Kindes geht schließlich vor.
Um die Lage zu entschärfen sollten Arbeitnehmer jedoch rechtzeitig den Arbeitgeber informieren.
So können sich Arbeitgeber und die Kollegen auf das Fehlen einstellen.

ärztliches Attest vorzeigen

Um sicher zu gehen, sollte man sich beim Arzt eine entsprechende ärztliche Bescheinigung ausstellen lassen.
Diese kann man dann dem Arbeitgeber zukommen lassen.
Wer bereits weiß, dass der Arbeitgeber in solchen Fällen sehr strikt ist, sollte auch Belege aufheben, die Nachweise, dass der Partner für die Betreuung nicht zur Verfügung stand (beispielsweise, weil er auf Dienstreise war).

Anspruch auf Freistellung

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer einen Freistellungsanspruch in Höhe von 10 Tagen pro Jahr. Bei mehr als zwei Kindern erhöht sich der Anspruch auf 25 Tage pro Jahr.
Der Arbeitgeber soll zwar die vollen Bezüge leisten, verpflichtet ist er dazu allerdings nicht. Die Arbeitsgerichte in Deutschland haben fünf Tage als angemessen angesehen.
Diesbezügliche Regelungen finden sich teilweise auch schon im Arbeits- oder Tarifvertrag.

unter Umständen zahlt die Krankenkasse

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Für den Fall, dass der Arbeitgeber nicht zahlt, springt die Krankenkasse ein.
Sie zahlt ein Kinderkrankengeld in Höhe von 70 Prozent des Bruttoeinkommens.
Allerdings benötigt die Krankenkasse dafür ein ärztliches Attest. Ein Kinderkrankengeld zahlen allerdings nur die gesetzlichen Krankenversicherungen. Ein Kinderkrankengeld kann dann nur verlangt werden, wenn eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen wurde.
Eltern, deren Kinder älter als 12 Jahre sind, haben grundsätzlich ähnliche Ansprüche. Denn auch ältere Kinder können so stark erkranken, dass man sie nicht unbeaufsichtigt lassen kann.

Unfall des Kindes

Den Arbeitsort dürfen Eltern beispielsweise auch verlassen, wenn das Kind einen Unfall im Kindergarten oder in der Schule hatte. Wenn es erforderlich ist, können die Eltern dann auch noch am nächsten Tag zu Hause bleiben. Allerdings müssen Arbeitnehmer in einem solchen Fall ein ärztliches Attest vorlegen und den Arbeitgeber möglichst schnell informieren.
Abzüge beim Lohn sind dann nicht zu befürchten, da es sich nur um eine kurzzeitige vorübergehende Verhinderung handelt.
Allerdings gilt diese Regelung nur bei kurzen Ausfällen.
Sind die 10 Tage „Kind krank“ aufgebraucht, so muss der Arbeitnehmer seine eigenen Kapazitäten anbrechen, also entweder Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen (falls möglich).
In der Regel ist jedoch auch der Arbeitgeber am Wohlergehen des Kindes interessiert und zeigt sich meist kooperativ.
Wichtig ist, dass Arbeitnehmer rechtzeitig Bescheid sagen. In der Regel haben der Arbeitgeber und die Kollegen meist Verständnis für die besondere Situation. Schließlich kann jeder mal krank werden.


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