Kündigung in Italien: „Den Weihnachtsmann gibt es nicht!“

In Bella Italia gehen die Uhren anders. Manchmal auch ganz anders als bei uns.

unsplash.com/ Buzz Andersen

Vielleicht nicht der beste Ort, um die Existenz des Weihnachtsmanns öffentlich zu leugnen: Weil ein italienischer Dirigent am Ende einer Konzert-Aufführung von Disneys „Die Eiskönigin“ zu den Kindern im Publikum sagte, dass es den Weihnachtsmann nicht gebe, verlor dieser prompt seinen Job.

Die Kinder weinten und die Eltern waren empört. Sie gründeten auf Facebook eine Protestgruppe, riefen in den sozialen Netzwerken dazu auf, die Veranstaltung in einem renommierten römischen Konzerthaus nicht zu besuchen, einige drohten dem Dirigenten sogar mit einer Klage. Der Veranstalter entschuldigte sich sofort und zog Konsequenzen aus diesem Verhalten. Italienischen Medienberichten zufolge entband er den Dirigenten von seinen Aufgaben und stellte einen neuen ein.

Fristlose Kündigung richtige Konsequenz?

So gemein und überflüssig die Äußerung des Dirigenten auch war – ob eine fristlose Kündigung die richtige arbeitsrechtliche Konsequenz ist, ist eine andere Frage. Im Vordergrund steht, wie so oft im Arbeitsrecht, eine Abwägung der Interessen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Man muss sich also Fragen, ob es interessengerecht ist, den Dirigenten aufgrund dieser Äußerung fristlos zu kündigen.

Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten

unsplash.com/ Daniel Cheung

Ohne Zweifel hat der Dirigent seine arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt. So hat ein Arbeitnehmer im Rahmen einer Nebenpflicht dafür zu sorgen, den Ruf des Arbeitgebers nicht zu schaden. Zudem sollte man von Angestellten, die zur Weihnachtszeit in Kontakt mit Kindern kommen, erwarten können, dass sich diese kindgerecht verhalten. Dies hat der Dirigent vorliegend nicht getan.

Die massiven Reaktionen auf den sozialen Netzwerken beeinträchtigen die betrieblichen Interessen des Arbeitgebers. Man kann daher gut argumentieren, dass es dem Veranstalter nicht mehr zuzumuten war, den Dirigenten weiter spielen zu lassen. Es bestand zurecht die Gefahr, dass Zuschauer die Veranstaltung bewusst nicht besuchen werden, sollte der Dirigent auftreten.

Abmahnung möglicherweise ausreichend

Möglicherweise wäre aber auch eine Abmahnung ausreichend gewesen. So hätte eine öffentliche Entschuldigung des Dirigenten die Eltern besänftigen können. Wenn der Dirigent seinen Fehler eingesehen und garantiert hätte, dass er solche Äußerungen nicht mehr vor den Kindern tätigt, wäre eine Weiterbeschäftigung denkbar gewesen. Wie so oft lässt sich daher keine absolute Aussage treffen.

Der neue Dirigent der Veranstaltung hat übrigens auf Facebook mit dem Weihnachtsmann posiert, um den Kindern zu beweisen, dass sein Vorgänger Unrecht hatte.


Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen!

Gerne helfen wir Ihnen weiter. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Schildern Sie uns unverbindlich Ihr Problem und wir können Ihnen bereits eine kostenlose Ersteinschätzung geben.

Rufen Sie uns bei Kündigung, Abfindung und Aufhebungsverträge und anderen zeitkritischen Fragen an. Bei allen anderen Fragen nutzen Sie bitte unsere Online-Anfrage.

Online-Anfrage

24 Stunden, rund um die Uhr

040 – 35 70 49 50

Mo - Fr von 08:00 – 18:00 Uhr


Mehr zum Thema Arbeitsrecht: Arbeitsrecht in KrankenhäusernAuflöseantragAusserordentliche KündigungErzwingbare Mitbestimmung  Individualsarbeitsrecht


Auch interessant: Schwangerschaft

Mutterschutzgesetz (MuSchG)

unsplash.com/ Vitor de Matos

„Jede Mutter hat Anspruch auf die Fürsorge und den Schutz der Gemeinschaft“. Dieses schöne Zitat stammt aus dem Grundgesetz. genauer aus Art. 6 Absatz 4 GG. Um diesen Anspruch zu gewährleisten, hat der Gesetzgeber gerade im Bereich des Arbeitsrechts besondere Schutzvorschriften geschaffen.

Die Kündigung durch den Arbeitgeber ist grundsätzlich ausgeschlossen

  • während der Schwangerschaft (vom 1. Tag/ Empfängnis an)
  • vier Monate nach der Entbindung (Wichtig: Von einer Entbindung geht die Rechtsprechung auch bei einer Fehlgeburt aus, wenn das Fötus ein Gewicht von 500 gr. erreicht hatte)

 Weiterlesen


Profis zum Kündigungsschutz: Rechtsanwalt für Kündigungsschutz in Eimsbüttel – Anwalt für Arbeitsrecht in EilbekFachanwalt für Kündigung in Harburg Fachanwalt für Kündigung in Neumünster Kanzlei für Arbeitsrecht in UhlenhorstRechtsanwalt für Arbeitsrecht in Alsterdorf


Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen!

Gerne helfen wir Ihnen weiter. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Schildern Sie uns unverbindlich Ihr Problem und wir können Ihnen bereits eine kostenlose Ersteinschätzung geben.

Rufen Sie uns bei Kündigung, Abfindung und Aufhebungsverträge und anderen zeitkritischen Fragen an. Bei allen anderen Fragen nutzen Sie bitte unsere Online-Anfrage.

Online-Anfrage

24 Stunden, rund um die Uhr

040 – 35 70 49 50

Mo - Fr von 08:00 – 18:00 Uhr