Kündigung unwirksam wegen schlechter Unterschrift?

Immer wieder kommt es wegen den Formalien einer Kündigung zu Streitigkeiten, die nicht selten mit einer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht enden.
Dabei geht es nicht selten um die Frage, ob eine Kündigung auch dann wirksam ist, wenn die Unterschrift nicht richtig erscheint. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn nur eine Abkürzung verwendet wurde oder aber die Unterschrift im Vergleich unsauber und krakelig erscheint.

Schriftform erforderlich

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Generell muss eine Kündigung stets schriftlich erfolgen. So soll garantiert werden, dass die Kündigung nicht übereilt ausgesprochen wird. Zudem bietet die Schriftform Rechtssicherheit für beide Parteien.
Die Schriftform erfordert jedoch auch, dass der Arbeitgeber oder ein zur Kündigung berechtigter Vertreter die Kündigung unterschreibt.
Die Unterschrift muss dabei handschriftlich erfolgen. Das Einfügen einer elektronischen Unterschrift reicht damit nicht aus, auch wenn diese der eigentlichen Unterschrift manchmal täuschend ähnlich sieht.
Zudem muss der Arbeitnehmer die Kündigung im Original erhalten. Dies ist beispielsweise nicht der Fall, wenn er die Kündigung per Fax erhält. Denn im Rahmen des Faxens verbleibt das Original beim Absender, der Empfänger erhält hingegen nur eine Kopie.

strenge Anforderungen an Unterschrift

unsplash.com/ Braydon Anderson

Oftmals liegt bei der Unterschrift der Kündigung jedoch der Knackpunkt. Mittlerweile sind die Arbeitsgerichte bei der Bewertung von Unterschriften in Kündigungsschreiben relativ streng.
So genügt weder ein Handzeichen, noch Abkürzungen oder Initialen.
Mittlerweile hat das Bundesarbeitsgericht festgelegt, dass die Unterschrift die Wiedergabe des ausgeschriebenen Namens darstellen muss. Die Unterschrift kann dabei jedoch auch flüchtig erfolgen, eine besondere Schönschrift muss der Arbeitgeber bei Kündigungen somit nicht an den Tag legen.

Anfangsbuchstabe und anknüpfender Strich nicht ausreichend

Unterschreibt der Arbeitgeber allerdings nur mit einem Anfangsbuchstaben und einem anknüpfenden Strich, so gilt die Kündigung als unwirksam, da der Aussteller der Kündigung damit nicht eindeutig erkennbar ist.
Wer somit eine Kündigung erhält, die lediglich mit einer Abkürzung oder Initialen unterschrieben ist, sollte in jedem Fall einen Fachanwalt für Arbeitsrecht einschalten und die Kündigung im Rahmen eines Kündigungsschutzverfahrens vor dem Arbeitsgericht überprüfen lassen. Denn grundsätzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet mit dem ausgeschriebenen Namen zu unterschreiben. Andernfalls ist die Kündigung unwirksam.


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