Geklaute Schokolade als Kündigungsgrund

Immer wieder landen teils kuriose Kündigungen vor den deutschen Arbeitsgerichten.
So auch der Fall einer 64- jährigen Heilerziehungspflegerin aus Heidelberg.

unsplash.com/ Kristiana Pinne

Nachdem sie angeblich die Schokolade im Wert von 2,50 Euro einer Kollegin gegessen hatte und zudem die betriebseigene Waschmaschine für private Zwecke genutzt haben soll, erhielt sie von ihrem Arbeitgeber eine fristlose Kündigung.
Doch gegen die fristlose Kündigung setzte sich die Frau zur Wehr und klagte vor dem Arbeitsgericht Heidelberg.

Vergleichsvereinbarung

Sie sah die Kündigung auf Grund ihrer über 30-jährigen Betriebszugehörigkeit als unwirksam an. Zudem stand die Klägerin kurz vor dem Rentenalter.
Zu einer Entscheidung durch die Richter des Heidelberger Arbeitsgerichtes kam es jedoch nicht, denn die Parteien einigten sich in einem Vergleich.
Dieser Vergleich beinhaltet, dass die Klägerin ihren Arbeitsplatz vorerst behalten darf, die fristlose Kündigung wird in eine Abmahnung umgewandelt.

vermutlich kein berechtigter Kündigungsgrund

Vermutlich hatte der Arbeitgeber zu diesem Zeitpunkt bereits erkannt, dass in diesem Fall wohl kein berechtigter Kündigungsgrund vorliegt und deshalb kurzerhand einem (auch für ihn) günstigeren Vergleich zugestimmt.
Generell ist dies bei Verfahren vor den Arbeitsgerichten in Deutschland möglich. Denn prinzipiell versucht der Richter erst einmal auf eine Einigung hinzuwirken, eh es zu einem arbeitsrechtlichen Prozess kommt.
Nicht selten einigen sich die Parteien deshalb bereits vor dem eigentlichen Prozess im Rahmen eines Vergleiches.

Fall der Berliner Supermarktkassiererin

unsplash.com/ Emiliano Vittoriosi

Der Fall der Heidelberger Pflegerin erinnert zudem stark an den Fall einer Supermarkt-Kassiererin aus Berlin, die auf Grund eines Pfandbons in Höhe von 1,30 Euro fristlos gekündigt wurde.
Ihr Fall endete allerdings nicht mit einem Vergleich, sondern mit dem Rechtsweg bis hin zum Bundesarbeitsgericht. Dieses hatte schließlich entschieden, dass die Kündigung unverhältnismäßig war und damit unwirksam war.
Die Kassiererin erhielt daraufhin ihren Job zurück und zudem Lohnnachzahlungen für den entgangenen Lohn.

keine Bagatellkündigungen

Generell wird damit deutlich, dass Arbeitgeber nicht auf Grund von Bagatellen fristlos kündigen dürfen. Schließlich ist eine fristlose Kündigung ein scharfes Mittel, was nur bei entsprechenden Verstößen eingesetzt werden darf.
Häufig sehen Arbeitgeber allerdings „geringe“ Verstöße bereits als Grund für eine fristlose Kündigung an. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man eine Kündigung mit Hilfe einer Kündigungsschutzklage und der Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht vor den Arbeitsgerichten prüfen lässt.


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