Schwerbehindertenausweis: Wer erhält einen Ausweis und was nützt er überhaupt?

Schwerbehinderte haben in Deutschland besondere Rechte, beispielsweise auch in der Arbeitswelt.
Doch ab wann gilt man als schwerbehindert?

Definition Behinderung

Das Sozialrecht definiert eine Behinderung als Beeinträchtigung, die länger als sechs Monate anhält. Zusätzlich muss durch die Beeinträchtigung auch die Teilhabe am sozialen Leben beeinträchtigt werden.
Wie schwer die Behinderung ist, zeigt sich am Grad der Behinderung, kurz GdB.
In einer Tabelle wird dabei der Grad in Zehner-Einheiten festgelegt. Auf einer Skala zwischen 20 und 100 gilt man mit einem GdB ab 50 als schwerbehindert.

Rund 7,6 Millionen Schwerbehinderte leben in Deutschland

In Deutschland sind das derzeit ca. 7,6 Millionen Menschen. Dabei sind knapp ein Drittel der Schwerbehinderten in Deutschland 75 und älter. In fast zwei Drittel der Fällen wurde die Behinderung durch eine Krankheit ausgelöst. Nur in 4 Prozent der Fällen ist die Behinderung bereits angeboren oder im ersten Lebensjahr aufgetreten.
Doch die Zahl dürfte weit höher liegen, denn viele Menschen wissen nicht, dass auch ihre Krankheit eine Behinderung bzw. Schwerbehinderung sein kann.
So können auch Tinnitus oder schwere Migräne zu einer Schwerbehinderung führen.
Dabei gilt, je mehr Beeinträchtigungen vorliegen, desto höher der Grad der Behinderung.

Ablauf der Feststellung einer Schwerbehinderung

Pöppel Rechtsanwälte

Doch wie wird eine Schwerbehinderung festgestellt?
Mit Hilfe eines formlosen Schreibens kann beim örtlich zuständigen Versorgungsamt ein Antrag auf Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft gestellt werden.
Betroffene erhalten dann einen Bogen, der entsprechend sorgfältig ausgefüllt werden muss.
Dabei sollten Betroffene besonders deutlich darlegen, inwieweit sie durch ihre Erkrankung im Alltag und in der Lebensführung eingeschränkt sind.
Es kann dabei durchaus hilfreich sein, einen geschriebenen Tagesablauf beizufügen.
Auch sollten ärztliche Unterlagen und Befunde beigefügt werden. So lässt sich die Bearbeitungszeit meist erheblich verkürzen.
Das Versorgungsamt prüft anhand dieser Daten dann, ob eine Behinderung vorliegt und welcher Grad der Behinderung vorliegt.
Stellt das Versorgungsamt einen Grad von 50 oder mehr fest, so wird ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt.

Zahlreiche Rechte für Schwerbehinderte

Doch warum sollten Schwerbehinderte unbedingt einen Schwerbehindertenausweis ausstellen lassen?
Grundsätzlich haben Schwerbehinderte einige Sonderrechte.
So können Schwerbehinderte beispielsweise einen Steuerfreibetrag geltend machen oder aber mit 62 Jahren in Rente gehen (Voraussetzung: Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung für mindestens 35 Jahre). Aber auch im Alltag warten Vergünstigungen, etwa beim Nah- und Fernverkehr oder bei Parkausweisen. Auch bei Kulturveranstaltungen gilt für Schwerbehinderte häufig ein niedriger Eintrittspreis.

Besondere Rechte im Berufsalltag

Aber auch im Berufsleben haben Schwerbehinderte einige Sonderrechte.
So erhalten Schwerbehinderte beispielsweise fünf Tage zusätzlichen Urlaub. Auch Überstunden können von Schwerbehinderten verweigert werden.
Und auch die Kündigung von Schwerbehinderten ist für den Arbeitgeber schwieriger, denn möchte der Arbeitgeber einem schwerbehinderten Mitarbeiter kündigen, so muss das Integrationsamt der Kündigung zustimmen.
Schwerbehinderte sollten also unbedingt ihre Schwerbehinderung feststellen lassen. Auch, wenn viele Nachteile von Seiten des Arbeitgebers befürchten, so gilt, dass man die Schwerbehinderung dem Arbeitgeber nicht mitteilen muss.
Allerdings kann der Arbeitgeber beispielsweise zusätzlichen Urlaub nur gewähren, wenn er Kenntnis von der Schwerbehinderung hat.


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