Führt ein Aufhebungsvertrag immer zu einer Sperrzeit beim ALG I?

Ja – praktisch immer. Die Agentur für Arbeit wertet den Aufhebungsvertrag fast durchgängig als selbst verursachte Arbeitslosigkeit und verhängt eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen. Auch wenn der Vertrag geschlossen wird, um eine betriebsbedingte Kündigung zu vermeiden, tritt die Sperre regelmäßig ein. Ein Widerspruch oder eine Klage beim Sozialgericht ist zwar möglich, dauert aber drei bis vier Jahre – …

Wie beuge ich als Personalverantwortlicher der Sperrzeit im Aufhebungsvertrag konkret vor?

Viele Führungskräfte fragen, ob sich eine Sperrzeit als Folge eines Aufhebungsvertrags vermeiden lässt. Und dies unabhängig davon, ob Sie als Führungskraft einen Trennungsprozess von der Arbeitgeberseite aus begleiten oder ob Sie in Ihrer Führungskraft selbst von der Trennung (Kündigung oder Aufhebungsvertrag) betroffen sind. Die ernüchternde Antwort lautet: In der Praxis kaum. Denn die Agentur für Arbeit legt Aufhebungsverträge fast immer …

Welche Berufe sind am stärksten von künstlicher Intelligenz betroffen?

Führungskräfte überall beobachten, wie künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitswelt verändert. Routineaufgaben, für die früher Stunden nötig waren, erledigt eine KI heute in Minuten. Was bedeutet das für die eigenen Mitarbeiter – und für einen selbst als Entscheider? Wird KI menschliche Arbeitskraft ersetzen oder eher unterstützen? Aktuelle Studien liefern ein differenziertes Bild: Vor allem wissensbasierte Berufe erleben bereits jetzt einen starken …

Woran erkennt man, dass ein Arbeitsverhältnis eine „Pause“ braucht? Trennungsprozesse klug gestalten

Wenn der menschliche Körper Warnsignale sendet – Erschöpfung bei alltäglichen Aufgaben, anhaltende Beschwerden trotz Ruhe, schwindende Leistungsfähigkeit – ist klar: Eine Pause ist notwendig. Ähnliche Warnsignale gibt es auch im Arbeitsverhältnis. Als Führungskraft mit Personalverantwortung stehen Sie regelmäßig vor der Herausforderung, zu erkennen, wann ein Arbeitsverhältnis an seine Grenzen kommt und eine Trennung unausweichlich wird. Die Kunst liegt darin, diese …

Einwurf-Einschreiben bei Kündigungen: Warum der Sendungsstatus allein nicht ausreicht

Stellen Sie sich vor: Sie haben eine notwendige Kündigung ausgesprochen, das Schreiben per Einwurf-Einschreiben versandt, und der Online-Sendungsstatus der Post bestätigt die Zustellung. Doch Monate später behauptet der gekündigte Mitarbeiter, das Schreiben nie erhalten zu haben – und Sie können den Zugang nicht beweisen. Ein Albtraum für jede Führungskraft mit Personalverantwortung. Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 30. Januar 2025 …

Personalabbau und unternehmerische Entscheidung: Worauf Führungskräfte bei Kündigungen achten müssen

Als Geschäftsführer oder Personalverantwortlicher stehen Sie vor einer der schwierigsten Managementaufgaben: dem Personalabbau. Zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit, rechtlichen Vorgaben und menschlicher Verantwortung bewegen Sie sich in einem hochsensiblen Spannungsfeld. Dabei lauern juristische Fallstricke, die weitreichende Konsequenzen haben können – insbesondere beim Kündigungsschutz. Eine aktuelle Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg (Urteil vom 25. Juli 2025, Az. 12 Sa 640/25) zeigt eindrucksvoll: Bei geplantem …

Amazon streicht 14.000 Stellen: Was Führungskräfte bei Massenentlassungen beachten müssen

Amazons Ankündigung vom 28. Oktober 2025, weltweit 14.000 Stellen abzubauen, hat die Debatte über KI-getriebene Restrukturierungen neu entfacht. Beth Galetti, Senior Vice President für People Experience and Technology, begründete den Schritt mit Bürokratieabbau und der transformativen Kraft künstlicher Intelligenz – „die bedeutendste Technologie seit dem Internet“. Betroffene Mitarbeiter erhalten 90 Tage für interne Bewerbungen plus umfangreiche Abfindungspakete. Während US-Mitarbeiter bereits …

Vorgesetzter unter Verdacht: Darf der Arbeitgeber alle Mitarbeitenden befragen?

Darf der Arbeitgeber im Verdachtsfall alle Mitarbeitenden befragen? Ja, ein Arbeitgeber darf unter bestimmten Voraussetzungen alle Mitarbeitenden befragen, wenn ein konkreter Verdacht gegen einen Beschäftigten besteht. Entscheidend ist, dass ein nachvollziehbarer Anlass vorliegt und die Maßnahme verhältnismäßig bleibt. Eine aktuelle Gerichtsentscheidung zeigt, dass eine flächendeckende Mitarbeiterbefragung zur Aufklärung schwerwiegender Vorwürfe zulässig sein kann. Allerdings müssen dabei datenschutzrechtliche Vorgaben eingehalten und …

Alle Jahre wieder: Wenn die Weihnachtsfeier zur Kündigungsfalle wird

Eine fröhliche Firmen-Weihnachtsfeier kann schnell aus dem Ruder laufen – und im schlimmsten Fall für einige mit einer Kündigung enden. Die betriebliche Weihnachtsfeier sollte eigentlich der Besinnung und dem Teamgeist dienen. Doch in der Praxis landen jedes Jahr aufs Neue Fälle auf dem Schreibtisch von Arbeitsrechtlern, in denen fristlose Kündigungen wegen Fehlverhalten auf solchen Feiern ausgesprochen wurden. Alkohol, ausgelassene Stimmung …

Welche Voraussetzungen muss eine Verdachtskündigung erfüllen?

Verdachtskündigungen gelten als „scharfes Schwert“ des Arbeitsrechts. Sie greifen, wenn ein schwerwiegendes Fehlverhalten nicht sicher bewiesen, aber dringlich vermutet wird – etwa bei Diebstahl, Sabotage oder Datenmanipulation. Und sie ist unter Umständen auch bei erwiesener Unschuld wirksam. Daher sind die Voraussetzungen enorm hoch. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) lässt Verdachtskündigungen grundsätzlich zu, stellt aber strenge Anforderungen: Voraussetzungen: Dringender Verdacht eines schweren Vertragsverstoßes …