Habe ich einen Anspruch auf rauchfreien Arbeitsplatz?

Gerade am Arbeitsplatz kommt es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Rauchern und Nichtrauchern beziehungsweise dem Arbeitgeber, denn Raucher wollen ihre Raucherpausen bezahlt bekommen, aber Nichtraucher wollen gleichzeitig nicht benachteiligt werden.

Mit einer anderen Raucherthematik hatte sich jetzt jedoch das Bundesarbeitsgericht in Erfurt zu beschäftigen.

Geklagt hatte ein Mitarbeiter eines Spielcasinos, der zweimal pro Woche im Raucherbereich des Casinos arbeiten muss. Das wollte der Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen nicht hinnehmen und klagte dagegen und verlange von seinem Arbeitgeber die Bereitstellung eines rauchfreien Arbeitsplatzes.

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber gemäß §5 I 1 der Arbeitsstättenverordnung Maßnahmen treffen, die erforderlich sind, um die nicht rauchenden Mitarbeiter vor den Gesundheitsgefahren des Tabakrauchs zu schützen.

Dabei wird jedoch unterschieden, ob es sich um eine Arbeitsstätte mit Publikumsverkehr oder ohne Publikumsverkehr handelt, denn bei einer Arbeitsstätte mit Publikumsverkehr hat der Arbeitgeber nur insoweit Maßnahmen zum Schutz zu treffen, als die Natur des Betriebs und die Art der Beschäftigung es zulassen.

Der Kläger stützt seinen Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz jedoch auf die allgemeine Fürsorgepflicht des Arbeitgebers aus §618 BGB in Verbindung mit §5 ArbStättV und der Gewerbeordnung.

Auch das Bundesarbeitsgericht lehnte den Anspruch des Klägers ab und begründete seine Entscheidung damit, dass vorliegend eine Sonderregelung des Hessischen Nichtraucherschutzgesetzes greife, die das Rauchen in Spielbanken erlaubt.

Insoweit muss der Arbeitgeber nach Ansicht der Richter in Erfurt nur dahingehend Maßnahmen treffen, wie sie die Natur des Betriebes und die Art der Beschäftigung zulassen. Allerdings muss der Arbeitgeber die Gesundheitsgefahren minimieren.

Vorliegend hatte der Arbeitgeber Raucher- und Nichtraucherbereiche getrennt und hatte in den Raucherbereichen eine entsprechenden Be- und Entlüftungsanlage eingebaut.

Zudem war der Mitarbeiter nur zweimal pro Woche verpflichtet im Raucherbereich zu arbeiten.

Der Kläger hat damit keinen Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz, seine Revision hatte somit keinen Erfolg.

Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 10. Mai 2016 – Az.: 9 AZR 347/15

Habe ich Anspruch auf einen rauchfreien ARbeitsplatz?/ Bild Unsplash.com


Mehr zum Thema Arbeitsrecht: ArbeitslosenversicherungArbeitsrecht bei der BahnArbeitsrecht bei VersicherungenArbeitsrecht bei Bankangestellten Arbeitsrecht im EinzelhandelArbeitsrecht in der Altenpflege


Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen!

Gerne helfen wir Ihnen weiter. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Schildern Sie uns unverbindlich Ihr Problem und wir können Ihnen bereits eine kostenlose Ersteinschätzung geben.

Rufen Sie uns bei Kündigung, Abfindung und Aufhebungsverträge und anderen zeitkritischen Fragen an. Bei allen anderen Fragen nutzen Sie bitte unsere Online-Anfrage.

Online-Anfrage

24 Stunden, rund um die Uhr

040 – 35 70 49 50

Mo - Fr von 08:00 – 18:00 Uhr


Auch interessant:

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Aufgrund seiner Fürsorgepflicht gegenüber dem Arbeitnehmer, ist der Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen gemäß § 3 Abs.1 EntgeltFZG zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle des Arbeitnehmers verpflichtet:

  • Anspruchsteller ist Arbeitnehmer
  • Vorliegen einer Krankheit im Sinne des EntgeltFZG (objektiv regelwidrige körperliche oder geistige Zustände, die zur Arbeitsunfähigkeit führen)
  • Arbeitsunfähigkeit muß ausschließlich auf der Krankheit beruhen
  • Krankheit darf nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig selbst verschuldet sein

Der erkrankte Arbeitnehmer muß jede Krankheit gemäß § 5 Abs.1 S.1 EntgeltFZG unverzüglich (§ 121 BGB) anzeigen und spätestens am vierten Tag einer fortdauernden Arbeitsunfähigkeit zudem eine ärztliche Bescheinigung vorlegen (§ 5 Abs.1 S.2 EntgeltFZG). Bis dahin kann der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung verweigern. WEITERLESEN


Profis zum Kündigungsschutz: Anwalt für Arbeitsrecht in St. GeorgAnwalt für Arbeitsrecht in HarburgAnwalt für Arbeitsrecht in KielAnwalt für Arbeitsrecht in St. GeorgAnwalt für Arbeitsrecht in Volksdorf


Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen!

Gerne helfen wir Ihnen weiter. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Schildern Sie uns unverbindlich Ihr Problem und wir können Ihnen bereits eine kostenlose Ersteinschätzung geben.

Rufen Sie uns bei Kündigung, Abfindung und Aufhebungsverträge und anderen zeitkritischen Fragen an. Bei allen anderen Fragen nutzen Sie bitte unsere Online-Anfrage.

Online-Anfrage

24 Stunden, rund um die Uhr

040 – 35 70 49 50

Mo - Fr von 08:00 – 18:00 Uhr