Liebe am Arbeitsplatz – Was muss der Chef wissen?

Wenn die Liebe am Arbeitsplatz für Ärger sorgt

Die Liebe ist schön – keine Frage – am Arbeitsplatz ist sie aber häufig eher kompliziert. Vor allem dann, wenn der Chef der feste Partner ist, kommt es oft zu Getratsche und Eifersuchtsszenen im Büro.

Pärchen gibt es an jedem Arbeitsplatz – aber nicht alle zeigen ihre Liebe auch offen. Viele haben Befürchtungen und fragen sich, ob der Chef Beziehungen am Arbeitsplatz verbieten dürfe oder ob arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen können. Wir beantworten einige Fragen hierzu.

Muss der Chef über das eigene Liebesleben Bescheid wissen?

Grundsätzlich ist das eigene Liebesleben absolute Privatsache – auch dann, wenn die Beziehung am Arbeitsplatz begonnen wird. Der Chef muss also nicht Bescheid wissen. Die Beziehung sollte aber dann öffentlich gemacht werden, wenn es etwas Ernstes ist und Zukunft hat. Dem Paar sollte dabei aber bewusst sein, dass Berufliches und Privates klar zu trennen sind. So müssen schon einige Regeln beachtet werden. Private Nachrichten an den Liebsten haben nichts im geschäftlichen E-Mail Postfach zu suchen. Ebenso haben körperliche Intimitäten, Beziehungsstreitigkeiten oder Kosenamen nichts im Büro verloren. Ansonsten darf der Chef eingreifen.

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Ist eine Beziehung unter Kollegen erlaubt?

Selbstverständlich sind private Beziehungen unter Kollegen erlaubt. Jedermann hat das Recht aus Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Hierunter fällt eben auch, dass man eine Liebesbeziehung mit einem Kollegen führen darf. Der Chef darf von seinen Mitarbeitern nur die Arbeitskraft als solche verlangen – mehr nicht.

Nun gibt es aber Arbeitgeber, die ganz offen gegen Beziehungen unter Kollegen sind oder über eventuelle Beziehungen sofort informiert werden möchten. Solche Vorgaben oder gar Verbote sind in jedem Fall unwirksam. Das US-amerikanische Unternehmen Wal-Mart etwa wollte seinen Mitarbeitern in deutschen Filialen verbieten, mit Kollegen auszugehen oder eine Liebesbeziehung anzufangen. Dieses Verbot wurde vom Landesarbeitsgericht Düsseldorf (Az. 10 TaBV 46/05) aber gekippt.

Das IT-Unternehmen Dell geht hier ganz anders vor. Wenn der Personalabteilung eine Beziehung zwischen Kollegen unterschiedlicher Hierarchieebenen bekannt wird, wird hier das Gespräch gesucht. Gemeinsam wird dann überlegt, ob es besser wäre, einen der beiden in einer anderen Abteilung unterzubringen, damit Störungen im Team vorgebeugt werden können.

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Wie sieht es mit einer Beziehung zum Chef aus?

Problematischer sind Beziehungen zwischen Angestellten und dem Chef – aber natürlich sind auch diese erlaubt. Hier ist etwas mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Um keine unnötige Stimmung im Büro zu verbreiten, sollte eine solche Partnerschaft zunächst geheim gehalten werden. Wenn die erste Anfangsphase vorbei ist, gehört es sich aber, die Beziehung öffentlich zu machen.

Welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen können drohen?

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Aus der Beziehung an sich dürfen sich keine negativen Konsequenzen ergeben. Wenn am Firmen-PC aber private Nachrichten verschickt werden oder die Arbeitszeit eher mit dem Partner als mit der Arbeit verbracht wird, ist eine Abmahnung oder gar eine Kündigung die Folge. Ergeben sich durch die Partnerschaft Spannungen und Interessenkonflikte, so darf der Arbeitgeber auf beruflicher Ebene eingreifen. Er darf das störende Verhalten unterbinden, beispielsweise durch Versetzung oder eine Abmahnung. In die Beziehung selbst darf er sich natürlich nicht einmischen.

Eine Beziehung am Arbeitsplatz erfordert von allen Beteiligten einen professionellen Umgang – dies gilt in der Anfangsphase aber auch insbesondere beim Beziehungsende. Beide Partner sollten sich vor Bekanntgabe ihrer Liebe über mögliche Folgen ausreichend Gedanken machen und mit eventuellen Unannehmlichkeiten rechnen. Insbesondere sollte den Beteiligten aber bewusst sein, was eine mögliche Trennung für die gemeinsame Zusammenarbeit bedeuten würde.


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Denken Sie daran!

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Was wird nach meinem Resturlaub nach Kündigung?

Wenn der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer selbst kündigt, stellt sich häufig die Frage nach dem Resturlaub – insbesondere danach, ob und wie dieser abgegolten werden kann.

Der jährliche Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers ist dabei im Bundesurlaubsgesetz geregelt. Danach besteht ein Anspruch auf einen Erholungsurlaub, der dem Arbeitnehmer jedes Jahr gewährt werden muss. Der Urlaubsanspruch ist zwingend, das heißt, der kann durch keine Vereinbarungen im Arbeitsvertrag verringert oder ausgeschlossen werden. Er darf auch nur in besonderen Ausnahmefällen gegen Geld abgegolten werden.

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