Kündigung während der Krankheit – Was Sie tun können.

Manchmal passiert es, dass Arbeitnehmer, während sie krankgeschrieben sind, eine Kündigung von ihrem Arbeitgeber im Briefkasten finden. Sind Krankheitsgefühl und erster Schock erst einmal verflogen, stellen sich viele der so Gekündigten zuerst selbst – und anschließend oft einem Rechtsanwalt die Frage, ob das Unternehmen einem Mitarbeiter während seiner Krankheit überhaupt kündigen darf. Das Rechtsgefühl vieler Betroffener tendiert offensichtlich dahin, dass eine Kündigung zu einem solchem Zeitpunkt ausgeschlossen sein müsse, wohl aus dem subjektiven Gefühl heraus, diese Kündigung sei allein aufgrund der „Unzeit“ ungerecht und unfair.

Kündigung während der Krankheit

Nach bundesdeutschem Recht gibt es jedoch keine Norm und kein Gerichtsurteil, die den Arbeitnehmer vor einer Kündigung schützen, die während seiner Krankheit ausgesprochen wird. Der Arbeitnehmer soll nämlich nicht durch Krankschreibung das Arbeitsverhältnis verlängern können. Mit anderen Worten: Eine während der Krankschreibung erfolgte Kündigung ist wirksam.

Umgekehrt gilt aber: Die Krankheit des Arbeitnehmers kann sogar der Grund für die Kündigung des Arbeitgeber sein. Dann spricht man von einer Kündigung wegen Krankheit. Es handelt sich dabei um eine personenbezogene Kündigung, die keiner vorherigen Abmahnung des Arbeitsnehmers bedarf. Allerdings muss eine solche Kündigung mehrere Filter passieren, um rechtlich wirksam zu sein. Zum einen muss begründet anzunehmen sein, dass der Arbeitnehmer weiterhin fehlen werde (sog. negative Prognose). Außerdem muss feststehen, dass sein Fehlen das Unternehmen finanziell (mit Lohnfortzahlungen) und/oder betriebsorganisatorisch erheblich beeinträchtigt. Zu guter Letzt muss eine umfassende Abwägung zwischen dem Interesse des erkrankten Mitarbeiters am Erhalt seines Arbeitsplatzes einerseits und dem Interesse des Arbeitgeber an der Beendigung andererseits erfolgen.

Kündigung während der Krankheit – Was Sie tun können/ Bild: Unsplash.com

Häufig stellen Arbeitsgericht hohe Anforderungen an eine krankheitsbedingte Kündigung, so dass Arbeitnehmer oft gute Chancen haben, einen Kündigungsschutzprozess zu gewinnen. Dazu ist es unbedingt erforderlich, die Drei-Wochen-Frist zur Erhebung einer Kündigungsschutzklage einzuhalten. Diese Frist läuft ab Zugang der Kündigung, d.h. in den meisten Fällen ab dem Tag des Einwurfs des Kündigungsschreibens in den Briefkasten. Sie verlängert sich auch im Falle einer Krankschreibung nicht. Für die vom doppelten Pech verfolgten Arbeitnehmer, die während- und wegen einer Krankheit Gekündigten, heißt das, dass sie sich eventuell noch nicht (ganz) gesund zum Anwalt begeben „dürfen“, um noch rechtzeitig gegen die Kündigung vorgehen zu können. Ein zwar krankheitsbedingt mühsamer-, aber, wie die Praxis zeigt, jedoch auf lange Sicht oft lohnender Weg!


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Krankengeld

Krankengeld/ Bild: Unsplash.com

Das Krankengeld wird von der gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Dies erfolgt immer dann, wenn ein Arbeitnehmer mehr als sechs Wochen arbeitsunfähig an derselben Krankheit erkrankt ist. Das Krankengeld liegt praktisch bei etwa 60 % des üblichen netto Einkommen.

Für die betroffenen Arbeitnehmer bedeutet das abrutschen in das Krankengeld einen erheblichen Verlust einkommen, der oft zu erheblicher wirtschaftlicher Not führt. Der Wegfall von rund 40% des Einkommens ist ohne Rücklagen oft nicht zu verkraften.WEITERLESEN


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