Leistungsbedingte Kündigung – Alles, was Sie wissen müssen!

Ist der Chef immer wieder unzufrieden mit Ihrer Arbeit, wird er eventuell kündigen. Eine solche leistungsbedingte Kündigung ist für Arbeitgeber allerdings gar nicht so leicht durchzusetzen. Eine Klage kann sich für Sie lohnen!

Wann ist die Leistung zu gering?

Ihre Leistung ist allenfalls dann zu gering, wenn Sie Ihre persönliche Leistungsfähigkeit nicht vollständig ausschöpfen. Sprich: Sie könnten mehr leisten, tun es aber nicht. Aus Bequemlichkeit oder durch Ablenkung wird zu wenig oder mangelhaft gearbeitet (quantitative oder qualitative Schlechtleistung) – so zumindest der Vorwurf des Arbeitgebers.

Daneben gibt es auch eine personenbedingte Leistungsminderung, für die Sie aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen nichts können.

Wichtig ist, dass Sie nur an Ihren eigenen Fähigkeiten gemessen werden dürfen. Ihr Arbeitgeber darf Ihnen grundsätzlich nicht vorwerfen, dass Ihre Kollegen pro Tag mehr Vorgänge bearbeiten oder weniger Fehler machen. Es kommt nur darauf an, ob Sie bei der Arbeit „Ihr Bestes geben“. Dies ist einer der diversen Gründe, warum die Kündigung wegen Schlechtleistung oft unzulässig ist.

Wann kann mir eine leistungsbedingte Kündigung ausgesprochen werden?

Es ist sehr schwierig allgemein festzulegen, wann eine Leistung so schlecht ist, dass sie eine Kündigung rechtfertigt. Bei einer quantitativen Schlechtleistung muss der Arbeitgeber z.B. nachweisen können, dass Sie früher, in einem vergleichbaren Zeitraum deutlich mehr gearbeitet haben als jetzt.

Aber Achtung: Sobald Sie ein Drittel unter der Durchschnittsleistung Ihrer Kollegen liegen, müssen Sie in der Regel darlegen, warum Sie nicht mehr leisten können. Im gewissen Maße spielen also doch die Leistungen der Kollegen eine Rolle. Sie können aber Gründe nennen, warum Ihre Leistung geringer ausgefallen ist und so eine Kündigung abwehren (z.B., weil Ihre Kollegen erfahrener sind, sie mehr oder leichtere Arbeit erhalten,…). 

Qualitative Schlechtleistungen sind noch schwerer festzustellen. Hier kommt es auf die Auswirkungen und die Behebbarkeit der Fehler an. Kleine Patzer müssen über einen gewissen Zeitraum mehrfach vorgekommen sein, um zur Kündigung zu berechtigen. Nur sehr schwere Fehler können bereits beim ersten Mal die Entlassung begründen.

Muss ich vorher abgemahnt werden?

Eine weitere wichtige Voraussetzung ist in aller Regel, dass der Arbeitgeber zuvor mindestens eine Abmahnung ausgesprochen hat. Das gilt allerdings nur bei der verhaltensbedingten Kündigung. Leisten Sie z.B. aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung weniger, nützt eine Abmahnung nichts.

Die Abmahnung soll Sie warnen, dass Ihre Leistung mangelhaft ist. Dadurch erhalten Sie die Möglichkeit, in Zukunft wieder besser zu werden. Aber auch nach einer Abmahnung führt nicht jede weitere Pflichtverletzung automatisch dazu, dass Sie entlassen werden können:

  • Die Abmahnung erleichtert dem Arbeitgeber nur die Kündigung wegen eines Verhaltens, das im Zusammenhang mit dem abgemahnten Verhalten steht. Mahnt er einmal z.B. wegen einer Schlechtleistung ab und kündigt später wegen einer Beleidigung, ist diese Kündigung wahrscheinlich unwirksam. Denn in der Regel muss der Arbeitgeber zunächst auch wegen der Beleidigung abmahnen, bevor er deshalb kündigt.
  • Liegen zwischen der ersten und zweiten Schlechtleistung mehrere Jahre, muss der Arbeitgeber meist erneut abmahnen, bevor er (beim dritten Vorfall) kündigt.

Eine Abmahnung kann nur entbehrlich sein, wenn vorher schon klar ist, dass sie nichts bringt (Bsp.: Sie machen deutlich, dass Sie auch weiter wie zuvor arbeiten werden) oder die Schlechtleistung gravierend ist (was allerdings fast nur bei einer vollständigen Arbeitsverweigerung realistisch scheint).

Leistungsbedingte Kündigung erhalten – was tun?

Wenn Sie sich gegen die leistungsbedingte Kündigung wehren möchten, sollten Sie so schnell wie möglich eine Kündigungsschutzklage erheben. Ab dem Tag, an dem Ihnen das Kündigungsschreiben zugestellt wird, läuft eine Frist von drei Wochen. Lassen Sie diese verstreichen, ist die Kündigung wirksam – auch wenn sie eigentlich Fehler enthält.

Die Klage kann sich lohnen: Viele Arbeitgeber können die Voraussetzungen nicht erfüllen. Zum einen können sie oft selbst nicht einschätzen, ob Ihre Leistung tatsächlich hinreichend gering ist. Zum anderen sind viele Arbeitsleistungen heutzutage nur schwer messbar. In solchen Fällen kann der Arbeitgeber kaum beweisen, dass Sie nicht ausreichend oder gut genug gearbeitet haben.

Aufgrund dieser Schwierigkeiten kommt es vor Gericht oft erst gar nicht zum Urteil. Häufig wird bereits in der Verhandlung ein Vergleich geschlossen, bei dem Sie eine hohe Abfindung und ein gutes Zeugnis aushandeln können. Wenn Sie lieber an Ihrem Arbeitsplatz bleiben möchten, muss das Gericht aussprechen, dass die Kündigung unwirksam war. In beiden Fällen stehen die Chancen gut.

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