Arbeitsplatz

Was ist ein Arbeitsplatz? Diese Frage stellt sich immer wieder und es gibt – wie so oft bei Juristen keine genaue Antwort: Es kommt darauf an!

Die g√§ngigste Definition ist die nach der Arbeitsst√§ttenverordnung, also eine aus dem Verwaltungsrecht.

Arbeitsplatz/ Bild: Unsplash.com/ Annie Spratt

Die Arbeitsst√§ttenverordnung (ArbSt√§ttV) definiert Arbeitspl√§tze als Bereiche, in denen Besch√§ftigte im Rahmen ihrer Arbeit t√§tig sind.  √Ąhnlich ist die Definition des Begriffs ‚ÄěBesch√§ftigungsort‚Äú im Vierten Buch des Sozialgesetzbuchs als der Ort, an dem die Besch√§ftigung tats√§chlich ausge√ľbt wird.

Diese Definition entspricht auch der √ľberwiegenden Auffassung, den Begriff Arbeitsplatz als Synonym f√ľr Arbeitsort zu verwenden. Je nach juristischem Kontext kann der Begriff Arbeitsplatz √ľber den r√§umlichen Ort hinaus auch die konkrete Bet√§tigungsm√∂glichkeit  und das konkrete Arbeitsverh√§ltnis selbst umfassen.

F√ľr gew√∂hnlich befindet sich der Arbeitsplatz im Betrieb als fester Arbeitsort. Aus der Eigenart der T√§tigkeit z.B. als Berufskraftfahrer oder Au√üendienstmitarbeiter k√∂nnen sich jedoch auch au√üerhalb des Betriebes liegende Arbeitsorte ergeben. Auch Home-Office-B√ľros sind Arbeitspl√§tze, wobei es sich dabei h√§ufig um alternierende Arbeitspl√§tze handelt mit einem Arbeitsplatz im Home-Office und einem weiteren im Betrieb.

 

Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz

F√ľr Arbeitgeber und Arbeitnehmer bestehen am Arbeitsplatz zahlreiche Rechte und Pflichten.

Arbeitgeber

Arbeitsplatz

Arbeitsplatz/ Bild: Unsplash.com/Stefan Stefancik

  • F√ľr den h√§ufigen Fall, dass der konkrete Arbeitsplatz nicht im Arbeitsvertrag vereinbart ist, ist der Arbeitgeber aufgrund seines Weisungsrechts befugt, diesen f√ľr den Arbeitnehmer zu bestimmen (‚Äě1. Stock, Zimmer 15, 2. Schreibtisch links‚Äú). In der Regel muss der Mitarbeiter dies so hinnehmen, es sei denn, die Arbeitsplatzweisung verst√∂√üt gegen ein Gesetz, den Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung. So darf die Zuweisung eines bestimmten Arbeitsplatzes insbesondere nicht gegen den allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz oder gegen die ArbSt√§ttV versto√üen.
  • Wurde im Arbeitsvertrag eine sog. Versetzungsklausel aufgenommen, muss der Arbeitgeber im Falle der tats√§chlichen Versetzung die berechtigten Belange des Arbeitnehmers ber√ľcksichtigen. Ohne Versetzungsklausel hat er grunds√§tzlich keinen Anspruch auf Zuweisung eines anderen Arbeitsplatzes.
  • Der Arbeitgeber ist zivilrechtlich dazu verpflichtet, den Arbeitsplatz und die dem Arbeitnehmer zur Verf√ľgung gestellten Arbeitsmittel so zu gestalten, dass von diesen keine Gefahr f√ľr Leben oder Gesundheit des Arbeitnehmers ausgehen. Konkret bedeutet das, dass er unter anderem die Vorschriften der ArbSt√§ttV und die technischen Regeln f√ľr Arbeitsst√§tten (ASR) einhalten muss. Es handelt sich dabei um Mindestvorschriften f√ľr die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Besch√§ftigten beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsst√§tten.

Arbeitnehmer

Arbeitsplatz

Arbeitsplatz/ Bild: Unsplah.com

  • Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, die vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung am Arbeitsplatz (und nicht an einem anderen Ort) zu erbringen. Dabei muss er auch die mit dem Arbeitsverh√§ltnis zusammenh√§ngenden berechtigten Interessen des Arbeitgebers ber√ľcksichtigen. Insbesondere hat er Sch√§den und Gefahren in seinem Arbeitsbereich unverz√ľglich zu melden und das ihm zur Verf√ľgung gestellte Arbeitsmaterial sorgf√§ltig zu behandeln. Dar√ľber hinaus muss er Rauch- und Alkoholverbote sowie Unfallverh√ľtungsvorschriften und die betriebliche Ordnung einhalten.
  • Die vielfach bereits zur Gewohnheit gewordenen Handlungen wie Handy im Betrieb aufladen, private Mails am Arbeitsplatz checken, bei Musik arbeiten oder von Zeit zur Zeit eine rauchen gehen, sind grunds√§tzlich nicht erlaubt. Aufladen elektrischer Ger√§te ist  strafrechtlich gesehen Diebstahl von Strom, und Raucherpausen keine betriebliche √úbung, sondern Arbeitszeitbetrug.  Wenn der Arbeitgeber mit der einen oder anderen Gewohnheit ausdr√ľcklich einverstanden, ist das etwas anderes. Wenn nicht, lieber damit bis zum Feierabend warten, sonst kann dem Arbeitnehmer eine Abmahnung oder im schlimmsten Fall die K√ľndigung drohen.
  • Die Verpflichtung sich am Arbeitsplatz angemessen zu kleiden, ist von Beruf zu Beruf unterschiedlich. Ein Streetworker wird andere Kleidung tragen als ein Banker. Davon unabh√§ngig sind Arbeitsschutz- und Hygienevorschriften zu beachten (z.B. Arbeitsschuhe, Helm).

Mehr zum Thema Recht: Krankheitsbedingte K√ľndigungK√ľndigungsfristen – Schwangerschaft K√ľndigungsschutz – Ordentliche K√ľndigung – Abwicklungsvertrag – Aufhebungsvertrag K√ľndigung – Personenbedingte K√ľndigung –  Probezeitk√ľndigungSonderk√ľndigungsschutz –  – Anwalt Scheidung HamburgAnwalt Famlilienrecht  – Krankheitsbedingte K√ľndigung – Sozialplan Entlassung – K√ľndigung Insolvenz – Internationale Scheidung – Aufhebungsvertrag – K√ľndigungsschutz Arbeitsrecht – K√ľndigungsschutzklage – Scheidung bei Deutschen mit Wohnsitz im Ausland – K√ľndigung ohne Abfindung


Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen!

Gerne helfen wir Ihnen weiter. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Schildern Sie uns unverbindlich Ihr Problem und wir können Ihnen bereits eine kostenlose Ersteinschätzung geben.

Rufen Sie uns bei K√ľndigung, Abfindung und Aufhebungsvertr√§ge und anderen zeitkritischen Fragen an. Bei allen anderen Fragen nutzen Sie bitte unsere Online-Anfrage.

Online-Anfrage

24 Stunden, rund um die Uhr

040 ‚Äď 35 70 49 50

Mo - Fr von 08:00 ‚Äď 18:00 Uhr


Auch interessant:

√Ąnderungsk√ľndigung

Will ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer anders besch√§ftigen, als dies nach dem Arbeitsvertrag ‚Äěnormal‚Äú w√§re, so ist das in der Regel nicht so einfach. Ein Arbeitgeber ist n√§mlich nicht ohne weiteres berechtigt, die Arbeitsvertragsbedingungen einseitig zu √§ndern.

√Ąnderungsk√ľndigung/ Bild: Unsplash.com

Es gibt immer drei Ebenen, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Arbeitsbedingungen ändern möchte:

  1. Aus√ľbung des Direktionsrechts
  2. √Ąnderungsvereinbarung ‚Äď auf freiwilliger Basis
  3. √Ąnderungsk√ľndigung ‚Äď gegen den Willen des Arbeitnehmers

Er ist lediglich berechtigt, die arbeitsvertraglichen Verpflichtungen des Arbeitnehmers zu konkretisieren und ihm kraft Direktionsrechts Aufgaben zuzuweisen. Sollen dem Arbeitnehmer ge√§nderte Aufgaben zugewiesen werden, die nach dem bestehenden Arbeitsvertrag nicht zu seinen arbeitsvertraglichen Pflichten geh√∂ren, kann dies durch eine einvernehmliche √Ąnderung des Arbeitsvertrages erfolgen. WEITERLESEN


Profis im K√ľndigungsschutz: Fachanwalt f√ľr K√ľndigung in AlsterdorfAnwalt f√ľr Arbeitrecht in EilbekFachanwalt f√ľr K√ľndigung in Hamburg Fachanwalt f√ľr K√ľndigung in St. GeorgKanzlei f√ľr Arbeitsrecht in Dulsberg


Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen!

Gerne helfen wir Ihnen weiter. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Schildern Sie uns unverbindlich Ihr Problem und wir können Ihnen bereits eine kostenlose Ersteinschätzung geben.

Rufen Sie uns bei K√ľndigung, Abfindung und Aufhebungsvertr√§ge und anderen zeitkritischen Fragen an. Bei allen anderen Fragen nutzen Sie bitte unsere Online-Anfrage.

Online-Anfrage

24 Stunden, rund um die Uhr

040 ‚Äď 35 70 49 50

Mo - Fr von 08:00 ‚Äď 18:00 Uhr