Entlassungen nach Anti-Trump Protesten

„Day without immigrants“ – Hundert Entlassungen nach Anti-Trump-Protesten in den USA

Medienberichten zufolge verloren mindestens einhundert Angestellte in den USA ihren Job, weil sie sich an einer Protestaktion gegen die Einwanderungspolitik von Präsident Trump beteiligten. Im Februar riefen Anti-Trump-Aktivisten zum landesweiten „Day without immigrants“ auf, um gegen die derzeitige US-amerikanische Einwanderungspolitik zu demonstrieren. Am „Tag ohne Einwanderer“ sollten diese von ihrer Arbeit fernbleiben, um zu zeigen, wie die amerikanische Wirtschaft ohne Migranten aussehen würde. Der Aufruf zur Protestaktion wurde hauptsächlich über das Internet verbreitet und von vielen Unternehmern und Ladenbesitzern unterstützt. In etlichen Städten wurde das Geschäftsleben erheblich beeinträchtigt. Vor allem blieben Restaurants, aber auch andere Shop und Läden geschlossen.

Hundert Entlassungen über das gesamte Land verteilt

Wie nun zahlreiche Medien berichten, bezahlten aber mehr als einhundert Angestellte ihre Teilnahme an den Protesten mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Die bekanntgewordenen Kündigungen verteilen sich auf das gesamte Land. Die Betroffenen arbeiteten meist in kleineren oder mittelständischen Unternehmen. Beispielsweise seien in South Carolina 21 Angestellte einer Bootsbaufirma direkt nach dem „Day without immigrants“ entlassen worden, in Denver verloren auf einen Schlag 30 Steinmetze, in Oklahoma 12 Mitarbeiter eines Restaurants ihren Job. Fast 20 Mitarbeiter einer Malerfirma wurden in Tennessee entlassen, obwohl diese die ausgefallenen Stunden nacharbeiten wollten. Ein Rechtsanwalt der Firma erklärte, dass die Kündigungen nichts mit der Art der Proteste zu tun hätten. Vielmehr sei das unentschuldigte Fernbleiben von der Arbeit der Auslöser für die Kündigungen.

Entlassungen hätten nichts mit der Teilnahme zu tun

RA Hamza Gülbas

Wie dieses, betonen die meisten Unternehmen, dass die Entlassungen nichts mit der Teilnahme am Protesttag an sich zu tun hätten. Juristisch gesehen ist das unentschuldigte Fernbleiben von der Arbeit eine stichhaltige Begründung für eine Kündigung. Gleichwohl hat die Ursache des Fernbleibens sowie die Tatsache, dass meist mehr als ein Dutzend Mitarbeiter auf einmal gekündigt wurden, einen bitteren Beigeschmack. Mittlerweile formen sich nun auch Proteste gegen die Entlassungen. Auf Twitter wurde dazu aufgerufen, Firmen und Restaurants zu boykottieren, die ihre Mitarbeiter aufgrund der Teilnahme an den Demonstrationen entlassen hatten. Online sind zahlreiche Listen zu finden, die entsprechende Geschäfte zeigen. Betroffene Unternehmen erhalten zudem seit dem Protesttag auf ihrer Facebook-Seite hunderte 1-Stern-Bewertungen. Gleichzeitig gab es aber eine Gegenbewegung der Trump-Anhänger. Diese kündigten an, jetzt erst recht bei diesen Firmen einzukaufen.


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