Leistungslohn

Jeder Arbeitnehmer wird in Deutschland für seine geleistete Tätigkeit in Form von Lohn oder Gehalt bezahlt. Rechtsgrundlage der Gehaltszahlung ist der Arbeits- oder Tarifvertrag. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Lohn bzw. das Gehalt pünktlich zu zahlen, heute fast immer durch Überweisung auf ein Konto des Arbeitnehmers. Die Zahlungsmodalitäten wie Art und Weise der Zahlung, Zahlungsort und Zahlungszeit sind im jeweiligen Arbeitsvertrag oder in den Tarifverträgen geregelt. Meist wird der Lohn/das Gehalt am Monatsende oder am 15. des Folgemonats gezahlt.

Leistung als Alternative zur Zeit

Für die große Mehrheit der Arbeitnehmer bemisst sich die Vergütung nach der Dauer der von ihnen geleiteten Arbeitszeit. Man spricht dabei von einem Zeitlohn. Er berechnet sich nach der im Arbeitsvertrag vereinbarten Bemessungsperiode. Weit verbreitet ist das Monatsgehalt mit einem Monat als Bemessungszeitraum, unhängig von der Anzahl der tatsächlichen Arbeitstage. Das monatliche Gehalt ist jeden Monat gleich hoch und von der im Monat geleisteten Quantität und Qualität der Arbeit unabhängig. Wurde dagegen eine Arbeitsstunde als Bemessungsperiode vereinbart, unterliegt der monatliche Lohn Schwankungen, da nicht jeden Monat die gleiche Anzahl an Arbeitsstunden anfällt.

Außer dem Zeitlohn gibt es noch den Leistungslohn. Er stellt ein Vergütungssystem dar, bei dem sich die Lohnhöhe nicht an der Anwesenheit im Betrieb in einem bestimmten Bemessungszeitraum (Arbeitszeit) orientiert, sondern an der während der Anwesenheitszeit erbrachten Leistung. Dabei kann der Arbeitnehmer die Höhe des Entgelts durch seine Arbeitsleistung beeinflussen oder zumindest mit beeinflussen. Leistungslohn gibt es in verschiedenen Formen:

Beim Akkordlohn stellt die geleistete Arbeitsmenge die Bezugsgröße der Höhe der Vergütung dar. Diese ist beim Stück- und Gewichtsakkord die Stückzahl bzw. das Gewicht der bearbeiteten Gegenstände, beim Flächen- oder Maßakkord das Ausmaß bearbeiteter Gegenstände oder Flächen. Innerhalb dieser verschiedenen Formen des Akkordlohns wird wiederum zwischen Geldakkord, bei dem für eine bestimmte Leistung ein bestimmter Geldbetrag festgelegt ist, und Zeitakkord, bei dem eine bestimmte Zeitgutschrift erteilt wird, unterschieden. In den Branchen Anlagen- und Apparatebau, Stahlbau- und Fahrzeugbau und Elektrotechnik ist der Akkordlohn als Leistungslohn häufig ein zusätzlicher Lohnbestandteil zu einem festen Grundlohn.

Beim Prämienlohn, der besonders Mitarbeitern im Vertrieb oder Außendienst gezahlt wird, erhält der Arbeitnehmer neben einem festen Grundlohn Prämien für seine besonders gute Erfüllung der arbeitsvertraglichen Pflichten. Es kann sich um Qualitäts-, Anwesenheits- oder Ersparnisprämien handeln. Zu den leistungsbezogenen Lohnzuschlägen gehört auch die Zahlung von Provisionen für einen besonderen Arbeitserfolg. Provisionen werden meist mit einem bestimmten Prozentsatz des Wertes des abgeschlossenen Geschäfts bemessen.

Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats

Der Betriebsrat ist bei der Festlegung der Akkord- und Prämiensätze mitbestimmungspflichtig. Dabei hat er stets zu beachten, dass die Normalleistung für jeden Arbeitnehmer erreichbar sein muss, der in erforderlichem Maße geübt-, für die Tätigkeit geeignet- und eingearbeitet ist. Außerdem darf das Akkordsystem nicht zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung der Mitarbeiter führen.

In den letzten Jahren hat sich das Leistungslohnsystem mit einem festen Grundgehalt und zusätzlichen Variablen wie z.B. Akkord- oder Prämienlohn oder Provisionen auch in Deutschland immer mehr durchgesetzt. Es bietet etliche Vorteile wie z.B. hohe Anreize für leistungsstarke Mitarbeiter und dadurch gute Mitarbeiterbindung an das Unternehmen, wirtschaftliche Vorteile für den Arbeitgeber, weil nur die Löhne der Leistungsträger hoch sind, sowie die Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu verbessern.

Dem stehen allerdings auch Nachteile gegenüber: Nicht so leistungsstarke Mitarbeiter können auf Dauer demotiviert werden, da sie überfordert sind. Zudem kann die Qualität der Arbeit leiden, wenn z.B. beim Verkäufer nur noch der Vertragsabschluss-, aber nicht mehr die Bedürfnisse des Kunden im Fokus steht. Beim Akkordlohn kann die Qualität der hergestellten Waren leiden, weil die Mitarbeiter übertrieben stark auf Quantität achten, um mehr zu verdienen.

Mittlerweile haben sich professionelle Leistungslohnsysteme mit einer auf den jeweiligen Betrieb zugeschnittenen Software durchgesetzt.


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RA Axel Pöppel

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