Umstrukturierung: Deutsche Bank streicht mehr als 7.000 Stellen

Die Deutsche Bank plant, ihr Aktiengeschäft zu verkleinern. Im Zuge der Sanierung sollen mehrere Tausend Stellen gestrichen werden. Dies wird überwiegend im Rahmen von Freiwilligenprogrammen mit Aufhebungsverträgen, normale Fluktuation und durch Rentenabgänge erfolgen. Ob auch Kündigungen, insbesondere betriebsbedingte Kündigungen oder Änderungskündigungen geplant sind, blieb offen.

Man rechne mit Kosten von bis zu 800 Millionen Euro für die geplante Umstrukturierung. Der Betriebsrat ist im Rahmen von Sozialplänen beteiligt. Die Bankenbranche insgesamt steht unter Druck.

Das Frankfurter Geldhaus teilte mit, dass die weltweite Zahl der Vollzeitstellen in den nächsten Monaten auf deutlich unter 90.000 gesenkt werden soll. Besonders viele Stellen sollen im Bereich des Aktienhandels gestrichen werden. Der Stellenabbau sei schon gestartet. Bereits 2015 wurde die Streichung von insgesamt 9.000 Jobs eingeleitet worden. Die aktuellen Sanierungspläne sind nun die Reaktion auf drei Verlustjahre in Folge.

Besonders betroffen: die Investmentbanking-Sparte

Zurzeit bietet die Deutsche Bank auf dem gesamten Globus etwa 97.000 Vollzeitstellen an. Für einige kommt der massive Stellenabbau von 7.000 Arbeitsplätzen dabei nicht überraschend. So war schon länger abzusehen, dass das Geldinstitut Kosten einsparen muss. Auch durch die bevorstehende Integration der Postbank in das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank werden tausende Stellen quasi überflüssig.

Der neue Kurs der Deutschen Bank: Man wolle sich auf das konzentrieren, was man wirklich gut kann. Hierzu sollen nicht nur im Rahmen der Unternehmens- und Investmentbank Einsparungen vorgenommen werden. Konzernweit wird geplant, Ausgaben schneller und entschiedener zu senken. Ziel ist es, das Kerngeschäft der Bank zu bündeln. Das Investmentbanking, der einstige Gewinnbringer, schwächelt dabei besonders. Dies liegt daran, dass die Deutsche Bank wichtige Marktanteile an die US-Konkurrenz verlor. So sind auch Kündigungen nicht zu umgehen.

Deutliche Zahlen fordern Reaktion

Deutschlands größtes Geldhaus verdiente im ersten Quartal von 2018 rund 120 Millionen Euro – im gleichen Zeitraum 2017 waren es noch 575 Millionen Euro. Die Erträge sanken zudem um sieben Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Kein Wunder also, dass diese Sanierungspläne nun offiziell wurden.

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Unschuldig gekündigt und die Kündigung war als Verdachtskündigung wirksam?

Die Schmerzgrenze war mehr als nur erreicht! Immer wieder hatte ein Unbekannter auf dem Firmenparkplatz eines Unternehmens die Reifen eines bestimmten dort abgestellten Privatautos zerstochen. Die betroffene Mitarbeiterin erstattet Anzeige und die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Zu diesem Zweck installierte die Polizei eine versteckte Videokamera. Und tatsächlich lieferte die Kamera Bilder von einer Person, die sich an einem der Fahrzeuge zu schaffen machte. Zwei Mitarbeiterinnen  waren sich sicher, dass es sich bei dem Täter auf dem Video um einen bestimmten Kollegen handelte. Mit diesem Kollegen gab es seit einiger Zeit Streit.

Der betroffene Arbeitnehmer verweigerte eine Stellungnahme und wurde daraufhin mit einer Verdachtskündigung entlassen. Er erhob Kündigungsschutzklage. In einem parallel laufenden Strafverfahren wurde er wegen verbliebener Zweifel freigesprochen. mehr zu diesem Fall

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