Rechte von Sonntagsarbeitern

Grundsätzlich ist die Sonntagsarbeit in Deutschland verboten, denn das Wochenende soll der Erholung dienen.
In einigen Branchen, wie beispielsweise in der Krankenpflege oder in der Gastronomie lässt sich Sonntagsarbeit allerdings nicht vermeiden.
Deshalb hält das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) für Pflege und Rettungsdienste besondere Ausnahmen zu, die die Sonntagsarbeit erlauben.
Auch für Bäcker gelten Sondervorschriften.

Antrag auf Sonntagsarbeit

Wer seine Mitarbeiter sonntags arbeiten lassen will oder muss und nicht einer der entsprechenden Branchen angehört, kann als Arbeitgeber bei der zuständigen Behörde einen Antrag auf Sonntagsarbeit stellen.
Allerdings sind die Voraussetzungen für die Bewilligung von Sonntagsarbeit immer noch sehr streng. Nicht umsonst spricht man vom „heiligen Sonntag“.
So muss der Arbeitgeber beispielsweise eine Genehmigung einholen, wenn er im Unternehmen eine Inventur durchführen will und die Mitarbeiter dafür ausnahmsweise auch an einem Sonntag arbeiten müssen.
Je nach Bundesland ist für eine solche Genehmigung entweder das Amt für Arbeitsschutz, die Gewerbeaufsicht oder aber das Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik zuständig.

Betriebsrat muss Sonntagsarbeit zustimmen

Existiert im Unternehmen ein Betriebsrat, so muss dieser der Sonntagsarbeit zustimmen.
Zudem haben Arbeitnehmer, die sonntags arbeiten einen Anspruch auf einen freien Ausgleichstag. Unter Umständen kann auch ein Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich bestehen.
Näheres regelt zumeist der Arbeitsvertrag oder etwaige Tarifverträge.
Ruft der Arbeitgeber zur Sonntagsarbeit auf, so müssen die Mitarbeiter dies hinnehmen, wenn auch ansonsten ungewöhnliche Arbeitszeiten vorliegen.
Wer also auch nachts oder am Wochenende arbeitet, muss der Forderung nach Sonntagsarbeit nachkommen.
Wer allerdings nur montags bis freitags arbeitet, muss der Forderung unter Umständen nicht nachkommen.

gesonderte Regelungen für Auszubildende und junge Arbeitnehmer

Wichtig für Auszubildende und junge Arbeitnehmer: Jugendliche unter 18 Jahren dürfen keine Sonntagsarbeit verrichten.
Generell können Arbeitnehmer sich nicht darauf stützen, dass der Arbeitsvertrag keine Sonntagsarbeit vorsehe, denn generell ist die im Betrieb übliche Verteilung der Arbeitszeit maßgeblich.
Beschäftigt ein Betrieb seine Mitarbeiter beispielsweise sieben Tage in der Woche, so müssen die Mitarbeiter damit rechnen auch an einem Sonntag zu arbeiten.
Nur wenn die Sonntagsarbeit von vorneherein im Arbeitsvertrag ausgeschlossen ist, können sich Mitarbeiter darauf berufen.
Generell ist das Verbot der Sonntagsarbeit heute immer noch ein wichtiges Gut im deutschen Arbeitsrecht. Da sich in einigen Branchen die Sonntagsarbeit nicht vermeiden lässt, wurden vom Gesetzgeber entsprechende Ausgleiche, wie ein freier Ausgleichstag, geschaffen. Häufig erhalten Sonntagsarbeiter zudem einen finanziellen Zuschlag.