Überstundenvergütung

Überstunden sind vom Arbeitgeber normalerweise zu bezahlen. Anderenfalls müssen Freizeitausgleichszeiten für die lasse Überstunden gewählt werden. Überstunden sind also immer eine Extraleistung des Arbeitnehmers, die auf die eine oder andere Art und Weise vom Arbeitgeber vergütet werden muss.

Nur in sehr wenigen Fällen bei leitenden Angestellten ist es möglich, eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu schließen, nach der alle Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind. Diese pauschalen Abtretungsvereinbarungen sind fast immer unwirksam. Wenn eine solche Vereinbarung vorliegt, lohnt es sich immer, die Überstunden aufzuzeichnen und gegebenenfalls die Auszahlung oder Freistellung zu fordern. Hier öffnet eine unwirksame Verfalls- bzw. Ausschlußfrist immer wieder einen sehr effektiven Zugang zur (außerordentlichen) Erhöhung der letzten Gehaltszahlung des Arbeitgebers.

Ansprüche auf Ausbezahlung von Überstunden werden häufig „vergessen“

Es wird – insbesondere bei der Beendigung von Arbeitsverhältnissen – immer wieder „vergessen“, daß der Arbeitnehmer noch Anspruch auf die „Ausbezahlung“ bzw. Abgeltung von Überstunden hat. Wer nicht zu denen gehören möchte, der mit solchen Ansprüchen scheitert, sollte darauf achten, diese entsprechend gut und in Rücksprache und Zusammenarbeit mit einem entsprechend spezialisierten Fachanwalt für Arbeitsrecht vorzubereiten. Dabei ist das Wissen um die Zahlungspflicht oft nicht vorhanden – und das bei Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Beispiele für eine möglicherweise nachträgliche Überstundenvergütung

  • Nicht abgebaute Überstunden (u. U. drei Jahre rückwirkend)
  • Bereitschaftsdienste
  • Wegezeiten vom Betrieb zur Baustelle (im Handwerk)
  • Wagenpflegezeiten