Erwerbsminderungsrente

Erwerbsunfähigkeitsrente - Erwerbsminderungsrente

Eine schwere Erkrankung oder ein Unfall können jeden Arbeitnehmer treffen. Manchmal führt das dazu, dass die Betroffenen nicht mehr oder nur noch mit stark reduzierter Stundenzahl arbeiten können. In diesem Fall können sie unter bestimmten Voraussetzungen bereits vor Eintritt des gesetzlichen Renteneintrittsalters eine Erwerbsminderungsrente erhalten und in Frührente gehen. Wer nach ärztlicher Prüfung täglich weniger als drei Stunden arbeiten kann, erhält eine volle Erwerbsminderungsrente, bei einer zeitlichen Arbeitsfähigkeit von drei bis sechs Stunden am Tag gibt es eine Teilerwerbsminderungsrente.

Erwerbsminderungsrente – befristet oder unbefristet

Voraussetzung für eine Erwerbsminderungsrente ist, dass der erkrankte Arbeitnehmer mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat. Zudem muss er in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge eingezahlt haben. Auszubildende haben jedoch ohne Wartezeit einen Anspruch auf eine Erwerbungsminderungsrente. Ausnahmeregelungen bestehen auch bei Bezug von Krankengeld, Übergangsgeld, Arbeitslosengeld sowie bei Kindererziehungs- und häuslichen Pflegezeiten. Die langen Wartezeiten benachteiligen diejenigen Berufstätigen, die aufgrund selbständiger Tätigkeit oder beruflicher Auszeit keine Beiträge eingezahlt haben, da dies unter Umständen dazu führt, dass sie keine Erwerbsminderungsrente erhalten.

Erwerbsminderungsrente/ Bild: Unsplash.com/ Thomas Chan

Der erkrankte Arbeitnehmer muss bei der Deutschen Rentenversicherung schriftlich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen. Lehnt die Rentenversicherung den Antrag wegen medizinischer Gründe oder Fehlens von versicherungsrechtlichen Voraussetzungen ab, erlässt sie einen Ablehnungsbescheid. Die Ablehnungsquote ist verhältnismäßig hoch. Dagegen kann der Antragsteller binnen eines Monats Widerspruch einlegen, wobei er genau darlegen muss, warum er Anspruch auf die beantragte Erwerbsminderungsrente hat. Lehnt die Rentenversicherung erneut ab, bleibt als nächster Schritt die Klage vor dem Sozialgericht. Meist hat der Antragsteller eine reelle Chance, doch noch eine Erwerbsminderungsrente zugesprochen zu bekommen. Wichtig zu wissen ist, dass derjenige keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente hat, der die Erwerbsminderung als Folge eines Unfalls durch eine strafbare Handlung selbst herbeigeführt hat. So entschied das Hessische Landessozialgericht, dass ein wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Trunkenheit am Steuer verurteilter Autorfahrer, der sich bei einem selbst verursachten Unfall schwere Verletzungen zugezogen hatte, kein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente hat.

Erwerbsminderungsrente – Erwerbsunfähigkeitsrente

Übrigens: Eine unbefristete Erwerbsunfähigkeit gibt es nur ausnahmsweise, wenn unwahrscheinlich ist, dass sich der Gesundheitszustand wieder verbessert. Unbefristet bedeutet: bis zur Regelaltersgrenze. Danach  erhält der Betroffene die normale Altersrente. Grundsätzlich läuft die Erwerbsunfähigkeitrente jedoch nach drei Jahren aus und muss dann erneut beantragt und geprüft werden.

Erwerbsminderungsrente/ Bild: Pöppel Rechtsanwälte

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente berechnet sich individuell aus den bis zum Eintritt der Erwerbsminderung zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten. Der Erwerbsunfähige muss dabei mit hohen Abschlägen rechnen. Zwar ist der jährliche Zahlbetrag von 697 Euro im Jahre 2016 auf 716 Euro im Jahr 2017 gestiegen. Aber die große Mehrheit der Frührentenbezieher ist zusätzlich auf die sog. staatliche Grundsicherung angewiesen. Daran dürfte sich auch in Zukunft nichts ändern – weder durch die jährlichen Rentenanpassungen noch durch die im August 2018 vom Bundeskabinett beschlossene Rentenreform 2019, mit der die Zurechnungszeit von zur Zeit 62 Lebensjahren schrittweise auf 65 Jahre angehoben werden soll. Denn selbst die im Jahre 2024 erstmals erreichte volle Zurechnungszeit wird nur einer monatlichen Erhöhung von ca. 60 Euro brutto führen.

Da die Bezieher einer Erwerbsminderungsrente finanziell alles andere als auf Rosen gebettet sind, haben sie die Möglichkeit etwas hinzuzuverdienen:

Bei voller Erwerbsminderungsrente darf man jährlich 6.300 Euro hinzuverdienen. Das entspricht 12 monatlichen Beträgen von 450 Euro sowie 2 zusätzlichen Beträgen in dieser Höhe. Verdient man mehr, rechnet die Rentenversicherung einen bestimmter Prozentsatz auf die Rente an.

Bei teilweiser Erwerbsminderungsrente wird die jährliche Hinzuverdienstgrenze individuell berechnet. Ausgangswert ist dabei das höchste beitragspflichtige Jahreseinkommen der vergangenen 15 Jahre. Ist der Hinzuverdienst höher, gilt auch hier, dass ein bestimmter Prozentsatz davon auf die Rente angerechnet wird.


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