Der Urlaubsanspruch – Wie viele Tage stehen mir zu?

Wie hoch ist mein Urlaubsanspruch?

Wie hoch ist mein Urlaubsanspruch? Der Urlaubsanspruch ist in aller Regel im Arbeitsvertrag festgelegt oder ergibt sich aus einem geltenden Tarifvertrag. Beide Regelungswerke müssen sich aber an eins halten: den gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Mindesturlaub.

Der Mindesturlaubsanspruch

Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch beträgt gem. § 3 des Bundesurlaubsgesetzes jährlich mindestens 24 Werktage. Als Werktag in diesem Sinne sind die Tage von Montag bis Samstag gemeint. Da das Gesetz also von einer Sechs-Tage-Woche ausgeht, haben Arbeitnehmer einen Mindesturlaubsanspruch von umgerechnet vier Wochen im Jahr. Für Jugendliche und Schwerbehinderte gilt ein höherer Mindesturlaubsanspruch.

Die meisten Arbeitnehmer arbeiten jedoch in einer Fünf-Tage-Woche. Umgerechnet bedeutet dies, dass ein Urlaubsanspruch auf mindestens 20 Arbeitstage besteht. Unabhängig davon, wie viele Tage man in der Woche arbeitet – das Gesetz garantiert einem Arbeitnehmer mindestens vier Wochen Urlaub im Jahr. Arbeitet man beispielsweise nur drei Tage in der Woche, hat man einen Anspruch auf mindestens 12 Urlaubstage. Schließlich muss man nur an den Tagen Urlaub beantragen, an denen man auch zur Arbeit kommen würde.

Zur Ermittlung des konkreten Urlaubsanspruchs

Zur Ermittlung des konkreten Urlaubsanspruchs/ Bild: Unsplash.com/ Johannes Plenio

Es sind die folgende Dinge zu berücksichtigen:

  • vertragliche Anzahl der Urlaubstage
  • betriebsübliche Wochenarbeitstage (entweder Fünf- oder Sechs-Tage-Woche)
  • die Anzahl der individuell vereinbarten Arbeitstage

Ist im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag beispielsweise ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen festgelegt, bezieht sich der Urlaubsanspruch in der Regel aber nicht auf eine Sechs-Tage-Woche – es sei denn, man hat vereinbart, dass man von Montag bis Samstag arbeitet. Für Verwirrung sorgen in diesem Zusammenhang häufig auch die Begriffe „Werktage“ und „Arbeitstage“. So geht das Gesetz von Werktagen aus, wenn es den Mindesturlaubsanspruch festlegt und meint damit die Tage von Montag bis Samstag. Wenn Arbeits- und Tarifverträge von Arbeitstagen sprechen, sind meist die Tage von Montag bis Freitag gemeint. Man sollte sich aber nicht auf diese Begrifflichkeiten festnageln lassen. Ist eine Fünf-Tage-Woche üblich, ist auch diese zur Berechnung des Urlaubsanspruchs maßgeblich. Alles andere müsste ausdrücklich im Arbeitsvertrag stehen.

Voraussetzung für den vollen Urlaubsanspruch

Um den vollen Urlaubsanspruch zu erwerben, muss die sogenannte Wartezeit vom Arbeitnehmer erfüllt worden sein. Dies bedeutet, dass nicht zu Beginn des Arbeitsverhältnisses direkt der gesamte Jahresurlaub genommen werden kann, sondern dass der volle Urlaubsanspruch erst nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben wird. Man erwirbt allerdings für jeden Monat einen Anspruch auf einen Teilurlaub in Höhe von einem Zwölftel des Jahresurlaubs.

Das Bundesurlaubsgesetz

Juristisch ist ein Anspruch das Recht, von einer bestimmten Person ein Tun oder Unterlassen zu verlangen – und genauso ist es beim Urlaubsanspruch. Der Arbeitgeber darf dem Arbeitnehmer den Urlaubswunsch nicht einfach so abschlagen. Im Bundesurlaubsgesetz ist festgelegt, dass die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers bei der Festlegung des Urlaubs zu berücksichtigen sind. Die gewünschten Urlaubstage dürfen nur dann nicht gewährt werden, wenn dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer entgegenstehen und diese Wünsche unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen. Die Rechtsprechung lässt eine Verweigerung nur unter strengen Voraussetzungen und ausnahmsweise zu.

Falls es zum Streit über die Gewährung von Urlaub kommt, hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, beim Arbeitsgericht den Erlass einer einstweiligen Verfügung zu beantragen, mit der der Arbeitgeber zur Urlaubsgewährung verpflichtet wird. Keinesfalls sollte man sich selbst beurlauben. Auch wenn man einen Anspruch auf Urlaub hat – der Arbeitgeber hat das letzte Wort bei der Urlaubsgewährung.


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RA Hamza Gülbas/ RA Axel Pöppel


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