Freistellung ohne Kündigung – Welche Möglichkeiten gibt es?

Ist eine Freistellung ohne Kündigung möglich?

Unter Freistellung versteht man die Befreiung von der Arbeitspflicht, wobei der Anspruch auf Fortzahlung des Lohns im Grunde weiter besteht. Auch wenn die meisten Freistellung im Zusammenhang mit Kündigungen und Aufhebungsverträgen vereinbart bzw. angeordnet werden, gibt es zahlreiche weitere Gründe für eine Freistellung.

Gründe für eine Freistellung ohne Kündigung

So können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer beispielsweise auf eine Freistellung einigen, wenn es zu Auftragsmangel oder Lieferengpässen im Unternehmen kommt. Für den Arbeitgeber wird dies aber erst dann sinnvoll, wenn der Arbeitnehmer während der Freistellung weniger Lohn erhält. Eine Freistellung ist auch im Rahmen eines Bildungsurlaubs möglich, ebenso für Betriebsratsmitglieder während der Betriebsratstätigkeit. In vielen Arbeits- und Tarifverträgen sind zudem Freistellung vorgesehen für die eigene Hochzeit, die Geburt des Kindes, Beerdigungen im Familienkreis oder für Umzüge. Für diese Ereignisse muss dann nicht extra Urlaub genommen werden. Im Grunde wird ein Arbeitnehmer auch dann von der Arbeit freigestellt, wenn er arbeitsunfähig erkrankt ist.

Das Sabbatjahr/ Bild: Unsplash.com

Das Sabbatjahr

Aber auch während eines Sabbaticals (auch bekannt als Sabbatjahr) wird der Arbeitnehmer von seiner Arbeitspflicht freigestellt, ohne dass eine Kündigung im Raum steht. Das Sabbatical ist ein Arbeitszeitmodell, welches dem Arbeitnehmer die Möglichkeit gibt, für längere Zeit – meist 3 bis 12 Monate – aus dem Job auszusteigen, um eigenen Projekten, etwa Reisen, Hausbau oder einem Studium nachzugehen. Nach Ablauf der Zeit kehrt man wie gewohnt an den alten Arbeitsplatz zurück. Während dieser Auszeit erhält man sein übliches bzw. ein speziell für diese Zeit vereinbartes Gehalt. In den meisten Fällen wird über einen gewissen Zeitraum vor Beginn des Sabbatjahrs Arbeitszeit angespart, die für die spätere Auszeit verwendet wird. So kann beispielsweise eine übliche Teilzeitstelle für eine gewisse Zeit Vollzeit ausgeübt werden, wobei es bei dem Teilzeitgehalt bleibt. Dafür erhält man aber während der Freistellung weiterhin sein Gehalt als Teilzeitkraft, weil man quasi „vorgearbeitet“ hat. Es ist aber auch üblich, sein Gehalt für eine gewisse Zeit um einen bestimmten Prozentsatz bei gleichbleibender Arbeitszeit zu kürzen, um später während der Freistellung das einbehaltene Geld zu erhalten.


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Freistellung zur Pflege von Angehörigen

Zudem besteht ein Anspruch auf eine bezahlte Freistellung zur Pflege kranker Angehöriger, insbesondere der eigenen Kinder unter 12 Jahren. Es ist jedoch ein ärztliches Attest notwendig, welches bescheinigt, dass das Kind hilfebedürftig ist. Außerdem dürfen keine anderen Personen die Möglichkeit haben, die Pflege zu übernehmen. Alleinerziehende können so pro Kind bis zu 20 Arbeitstage unter Entgeltfortzahlung von der Arbeit freigestellt werden, bei mehreren Kinder sogar bis zu 50. Bei Elternpaaren sind es insgesamt 10 Arbeitstage im Jahr pro Kind und Elternteil, bei mehreren Kindern 25. Überschreitet man diese Tage, ist eine unbezahlte Freistellung möglich. Während dieser übernimmt die Krankenkasse mit dem Krankengeld den Verdienstausfall.

Freistellung während der Schwangerschaft

Auch während der Schwangerschaft werden künftige Mütter sechs Wochen vor und acht Wochen

nach der Entbindung von der Arbeit freigestellt. Dies regelt das Mutterschutzgesetz. Ist die Berufsausübung schon vor dieser Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich, wird die Schwangere unter Lohnfortzahlung von der Arbeit freigestellt. Für Vorsorgeuntersuchungen und Beratungstermine werden sie ebenfalls von der Arbeitszeit freigestellt.


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