Kündigungsschutz im Minijob – alle Fakten für Arbeitnehmer

An dieser Stelle muss etwas Grundsätzliches festgehalten werden: Wer in einem Minijob arbeitet, hat genau die gleichen Rechte und Pflichten wie ein Vollzeitjobber. Das gilt für die Regelungen für Urlaub und Krankheit und ebenso für die Kündigung.

Was macht einen Minijob aus?

Eine Anstellung wird dann als Minijob bezeichnet, wenn sie regelmäßig ausgeübt und ein monatliches Arbeitsentgelt von maximal 450€ nicht überschritten wird. Regelmäßig bedeutet hierbei, dass die Beschäftigung nicht als wirtschaftlich unbedeutend eingestuft werden sollte. Der monatliche Verdienst von 450€ kann im Einzelfall höher ausfallen – auf das gesamte Jahr gesehen sollte der Monatsdurchschnitt 450€ aber nicht übersteigen.

Kündigung des Minijobs – formale Anforderungen

Eine Kündigung des Minijobs muss grundsätzlich schriftlich erfolgen. Dabei muss das Kündigungsschreiben auf Papier gedruckt sein und unterschreiben werden. Eine Kündigung per Fax, E-Mail oder SMS ist rechtlich nicht wirksam. Dies gilt natürlich gleichsam auch für den Arbeitgeber. Zusätzlich müssen auf der Kündigung der Name, die eigene Adresse sowie der vollständige Adressat genannt werden. Neben dem Datum und einer Betreffzeile (z.B. Kündigung des Arbeitsvertrages) sollte das Ende des Minijobs klar genannt werden. Eine klassische Formulierung wäre beispielsweise: „Hiermit kündige ich das Arbeitsverhältnis fristgerecht zum …“. Schließlich sollte man noch um eine schriftliche Bestätigung der Kündigung bitten. Auch sollte man sich überlegen, ob man sich ein Arbeitszeugnis ausstellen lassen möchte.

Die Kündigungsfristen

Die Kündigungsfristen/ Bild: Unsplash.com/ Veri Ivanova

Wer eine ordentliche Kündigung ausspricht, also im Rahmen der Kündigungsfristen seinen Minijob beenden möchte, muss keinen Grund für seine Kündigung nennen. Die jeweilige Kündigungsfrist kann im Arbeits- oder Tarifvertrag nachgelesen werden. Falls keine speziellen Fristen festgelegt wurden, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist des BGB. Diese beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende des jeweiligen Monats. Im Arbeitsvertrag darf keine kürzere Frist festgelegt werden. Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber gelten besondere Kündigungsfristen. Je länger der Minijobber im Betrieb beschäftigt war, desto länger ist auch die Kündigungsfrist, die der Arbeitgeber beachten muss.

Der befristete Minijob

Wenn der Minijob von vornherein nur für eine gewisse Zeit bestehen sollte, beispielsweise bei Saisonaushilfen, endet das Arbeitsverhältnis automatisch mit Ablauf des vereinbarten Datums. Normalerweise können solche kurzfristigen Minijobs nicht ordentlich gekündigt werden, es sei denn, im Arbeitsvertrag wurde ein Kündigungsrecht festgelegt. Ansonsten ist nur die außerordentliche Kündigung möglich.

Was gibt es bei einer außerordentlichen Kündigung zu beachten?

Eine außerordentliche Kündigung erfolgt ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist. Allerdings müssen dafür triftige Kündigungsgründe vorliegen, welche im Kündigungsschreiben auch genannt werden sollte. Der Kündigungsgrund muss derart wichtig sein, dass es dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen der beiden Vertragsparteien nicht zugemutet werden kann, den Ablauf der Kündigungsfrist abzuwarten. Im Regelfall sollte vor der außerordentlichen Kündigung eine Abmahnung ausgesprochen werden. Außerdem muss die Kündigung innerhalb von zwei Wochen, nachdem die Kündigungsgründe bekannt geworden sind, zugestellt werden.


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