Kündigungsschutz von Auszubildenden

Auszubildende genießen besonderen Kündigungsschutz. Dies führt dazu, dass eine laufende Ausbildung nur unter strengen Voraussetzungen durch eine Kündigung beendet kann. Der Kündigungsschutz für Auszubildende ist dabei hauptsächlich im Berufsausbildungsgesetz (BBiG) geregelt.

Einzig vor Beginn der Ausbildung gilt etwas anderes: eine Kündigung ist von beiden Parteien ohne Weiteres und ohne Einhaltung von Fristen möglich – es sei denn, im Ausbildungsvertrag wurde hierzu etwas anderes vereinbart.

Während der Probezeit

Der Kündigungsschutz beginnt zunächst in abgeschwächter Weise. Während bei normalen Arbeitsverhältnissen der Kündigungsschutz erst nach einer ununterbrochen Beschäftigungsdauer von sechs Monaten einsetzt, ist im BBiG eine solche Wartezeit nicht geregelt. Am Anfang des Ausbildungsverhältnisses steht dafür aber die Probezeit und während dieser Zeit ist kein Kündigungsschutz vorgesehen. Die Probezeit wird konkret im Ausbildungsvertrag vereinbart und muss mindestens einen Monat, darf aber nicht länger als vier Monate bestehen. Diese erste Phase dient – wie der Name es schon sagt – der Erprobung des Ausbildungsverhältnisses. Daher ist die Kündigungsmöglichkeit während der Probezeit noch erleichtert. So kann das Ausbildungsverhältnis während der Probezeit jederzeit und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Ein Kündigungsgrund muss während der Probezeit auch nicht vorgebracht werden. Allerdings muss der Ausbilder in jedem Fall das sogenannte Maßregelungsverbot beachten. Die Kündigung darf also nicht deshalb ausgesprochen werden, weil der Auszubildende die ihm zustehenden Recht ausübt.

Nach der Probezeit

Kündigungsschutz von Auszubildenden/ Bild: Unsplash.com/ Davis Marcu

Nach Ablauf der Probezeit ist die ordentliche Kündigung des Auszubildenden grundsätzlich ausgeschlossen. Die Ausbildung kann daher nur außerordentlich aus einem wichtigem Grund und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Ein wichtiger Grund zur Beendigung der Ausbildung würde dann bestehen, wenn dem Ausbilder unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der Interessen beider Parteien die Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses bis zum Ablauf der Ausbildungszeit nicht zuzumuten ist.

Die außerordentliche Kündigung von Auszubildenden

Die außerordentliche Kündigung muss schriftlich erfolgen und muss zudem die Kündigungsgründe benennen. An den Kündigungsgrund sind besonders strenge Anforderungen zu stellen. Im Rahmen der Interessenabwägung ist insbesondere zu berücksichtigen, wie schwerwiegend die Pflichtverletzung des Auszubildenden ist und wie lange das Ausbildungsverhältnis bereits andauert. Je länger die Ausbildung, umso schwieriger dürfte es für den Ausbilder sein, diese zu kündigen. Liegen die Kündigungsgründe etwa im Leistungs- oder Verhaltensbereich, ist die Kündigung der Ausbildung nur zulässig, wenn diverse Erziehungsmittel nicht zum Erfolg geführt haben. Insbesondere muss der Auszubildende rechtzeitig schriftlich abgemahnt und ihm mit einer Kündigung gedroht worden sein. Außerdem muss die Kündigung spätestens zwei Wochen nachdem dem Ausbilder der Kündigungsgrund bekannt ist, ausgesprochen werden. Wenn der Auszubildende noch minderjährig ist, ist noch zu beachten, dass die Kündigung nur gegenüber den gesetzlichen Vertretern erfolgen kann.

Und wenn der Auszubildende kündigen möchte?

Aber auch der Auszubildende selbst kann nicht ohne Weiteres die Ausbildung beenden. So ist ihm eine ordentliche Kündigung nach Ablauf der Probezeit auch nur aus bestimmten Gründen möglich. Wenn ein Auszubildender seine Berufsausbildung grundsätzlich aufgeben will oder sich in einem anderen Beruf ausbilden lassen will, kann er den Vertrag mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen kündigen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und der besondere Kündigungsgrund muss genannt werden. Eine außerordentliche Kündigung kann der Auszubildende auch während des gesamten Ausbildungsverhältnisses aussprechen.


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